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Grüne Jugend Passau kritisiert Scheuer

Solidaritätsbekundung der Grünen Jugend Passau mit Aktivist*innen im Dannenröder Wald

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10. Okt. 2020 –

Seit über einem Jahr besetzen Aktivist*innen nun den Dannenröder Wald im Norden Hessens, um ihn vor der Rodung zu bewahren. Warum ist das nötig? Die umstrittene A49 soll ausgebaut werden – und das direkt durch den Dannenröder Wald, ein FFH-Schutz- und wichtiges Trinkwassergebiet. „Dieses Naturschutzgebiet stellt nicht nur Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten dar, sondern auch die wichtigste Trinkwasserressource Mittelhessens und versorgt eine halbe Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser“, erklärt Elisabeth Adam. „Das alles wäre durch den Ausbau der A49 gefährdet.“ 

Die Aktivist*innen, die seit November 2019 den Wald besetzt beschützen, erhalten von allen Seiten Unterstützung. Auf den Demos gegen die Rodung und den Bau der umstrittenen Autobahn am Sonntag, den 4. Oktober versammelten sich nach Schätzungen der Initiator*innen knapp 5000 Menschen.

Nun kommen Solidaritätsbekundungen auch aus dem Heimatwahlkreis des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer – und gleichzeitig heftige Kritik an dessen Verkehrspolitik. Denn die Bestimmung des Ausbaus der A49 kommt direkt aus dem Bundesverkehrsministerium. Das Verkehrskonzept, aus dem die Pläne für den Bau der A49 stammen, ist inzwischen jedoch schon über 40 Jahre alt. 

Und trotzdem hatte sich Bundesverkehrsminister Scheuer im Juli für die Zerstörung des Waldes und den Ausbau der Autobahn entschieden.

„Wir sind mitten in der Klimakrise, der größten Krise, die die Menschheit je erlebt hat, und wir müssen alles tun, um diese so gut es geht auszubremsen“, so Susanna Lindlein, Vertreterin der Grünen Jugend Passau. „Dazu gehört ganz essentiell die Verkehrswende, die so schnell es geht eingeleitet werden muss. Unsere Bundesregierung hat sich mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die 1,5 Grad Grenze nicht zu überschreiten. In der Realität zeigt sich jedoch leider, wie klein das Interesse der Mitglieder der Bundesregierung an der Einhaltung der Pariser Ziele bzw. dem Erhalt unserer Zukunft wirklich ist. Die Klimakrise macht deutlich: Wir brauchen keine neuen Autobahnen, wir brauchen den konsequenten Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, das heißt von Schienenverkehr und ÖPNV!“, so die sechzehnjährige Schülerin. 

Die Ignoranz des Bundesverkehrsministers erinnert die Jugendlichen an die Haltung, die er auch in Passau zu Themen wie der Nordtangente einnimmt, wenn sich die Frage stellt, ob lieber ein Naturschutzgebiet erhalten oder eine neue Autobahnverbindung gebaut werden soll.

„Genauso, wie wir hier das offene Ohr für die Belange der Bürgerinnen und Bürger vor Ort vermisst haben, können wir auch beim Bau der A49 beobachten, wie die Interessen tausender Menschen außer Acht gelassen werden, nur um ein veraltetes Bauvorhaben umzusetzen. 

Angesichts der heutigen Erkenntnisse über die Klimakrise und die Dringlichkeit, mit der wir alle zum schnellen und konsequenten Handeln aufgefordert sind, ist ein Festhalten an solch veralteten Plänen geradezu zynisch“, bedauern die Vertreter*innen der Grünen Jugend Passau. 

„Diese Rodungen sind leider nur ein weiterer Beweis für die verfehlte Verkehrspolitik unseres Bundesverkehrsministers. Nur mit einer echten Verkehrswende können wir die Klimakrise noch aufhalten.“

Pressemitteilung vom 04.10.2020

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