
15.04.26 –
Das Herz für Tiere ist gleich am Eingang zu spüren. Es gibt eine herzliche Begrüßung durch Monty, eine ältere Bulldogge, die vor kurzem den Verlust ihrer Besitzerin verkraften musste und nun in Bad Griesbach bei Monika Lüdtke ein neues Zuhause gefunden hat. Monty teilt sich das Haus mit zahlreichen Igeln, die sich bei der Igelhilfe Passauer Land e.V. in liebevoller Pflege befinden.
„Wir haben in 2025 allein 54 Igel mit schweren Schnittverletzungen aufgenommen und behandelt. Aber viele verletzte Igel werden nicht gefunden und verenden qualvoll. Die Dunkelziffer dürfte also um ein Vielfaches höher sein“, berichtet die engagierte Vorsitzende der Igelhilfe. Seit 1972 setzt sich Monika Lüdtke für die heimischen Igel ein.
Was zu tun wäre und wie es aktuell um die stacheligen Tiere steht, darüber haben sich die Grünen in der Igelauffangstation informiert. 502 Igel hat der Verein 2025 stationär versorgt, davon 57 Säuglinge und 340 Jungigel. Viele Igel waren deutlich untergewichtig, kämpften mit Infektionen oder wiesen die oben genannten Schnittverletzungen auf.
Im Landkreis Schwandorf wurde jüngst per Allgemeinverfügung eine nächtliche Abschaltung der Mähroboter umgesetzt. Ein Antrag der Grünen Landtagsfraktion, eine bayernweite Regelung zu finden, sowie ein entsprechender Appell nach Berlin scheiterten bisher. Mitte März hat die Igelhilfe Passauer Land e.V. eine Petition gestartet, die inzwischen über 3.000 Unterschriften zählt und für eine friedliche Lösung vor Ort wirbt. Konkret angesprochen werden die Landkreise Passau und Rottal-Inn, eine zeitliche Steuerung der Geräte nach Schwandorfer Modell auszuarbeiten.
„Eine kurze Pause der Mähroboter in den Stunden, in denen Igel am aktivsten sind, kostet kaum Aufwand, bewahrt aber vor viel Leid“, erklärt Claudia Woller, frisch gewählte Kreisrätin und Bezirksvorsitzende der Grünen Niederbayern. „Der Igel gilt mittlerweile als potentiell gefährdete Tierart, deswegen verstehe ich die Verweigerungshaltung der bayerischen Staatsregierung nicht“, ergänzt Verena Regner, Mitglied im Vorstand der Landkreis-Grünen.
Die Grünen im Kreistag unterstützen das Vorgehen der Igelhilfe und appellieren an alle Landkreise, ähnliche Allgemeinverfügungen zu prüfen. Eine zeitgesteuerte Abschaltung ließe sich mit vorhandener Software leicht implementieren und würde einen unmittelbaren Beitrag leisten, ohne die Pflege von Grünflächen zu beeinträchtigen.
Alma Schrödter, Schriftführerin des Vereins, fasst das Anliegen zusammen: „Eine friedliche Koexistenz von Mährobotern und Igeln ist möglich. Es geht uns nicht um Verbote, aber offenbar muss es geregelt werden. Denn die Zahlen von Igeln mit schweren Schnittverletzungen steigen weiter.“
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Wer darüber hinaus helfen möchte, die Igelhilfe benötigt geeignete Auswilderungsplätze im Landkreis Passau. Gesucht werden ruhige Gärten abseits stark befahrener Straßen mit Hecken, Laub- oder Reisighaufen sowie Durchgängen zu Nachbargärten. Eine ganzjährige Zufütterung gibt den Igeln die beste Chance. Interessierte melden sich bitte direkt bei der Igelhilfe Passauer Land e.V. unter igelhilfe-plev@gmx.de.
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Fraktion | Tierschutz | Umwelt
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