Bündnis 90/Die Grünen

Landkreis Passau

Mehr Geld für den Igelschutz

Grüne fordern Millionenoffensive für ein bedrohtes Wildtier

25.04.26 –

Pfarrkirchen. Der Igel gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich zu Bayern – doch genau diese Selbstverständlichkeit ist längst ins Wanken geraten. Die Landtagsabgeordnete der Grünen und Sprecherin ihrer Fraktion für die Bereiche Landwirtschaft und Wald, Mia Goller, fordert deshalb eine deutliche Stärkung des Wildtierschutzes mit einem klaren Schwerpunkt auf den Igelschutz.

Im entsprechenden Änderungsantrag zum vorgelegten Haushaltsentwurf der Staatsregierung für den anstehenden Doppelhaushalt sollen die Mittel für Naturschutzmaßnahmen von bislang 780.600 Euro um jeweils 5 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 erhöht werden – so die klare Forderung von Mia Goller. Damit liege man im Übrigen noch weit unter den Kosten, die vom Freistaat für die „Anmietung“ eines Pandabärenpärchens aus China in Hellabrunn eingeplant sind.

„Der Igel verschwindet leise aus unserer Landschaft – und das darf uns nicht gleichgültig sein“, erklärt Goller. In vielen Regionen Bayerns gelte er inzwischen als Rückgangsart. Die Ursachen seien bekannt: immer mehr versiegelte Flächen, ausgeräumte Landschaften, Pestizideinsatz, der Verlust strukturreicher Gärten und Grünflächen sowie zusätzliche Gefahren im Siedlungsraum – vom Straßenverkehr über Mähroboter bis hin zu ungesicherten Schächten.

Für Goller steht fest, dass der Schutz des Igels weit über den Schutz einer einzelnen Tierart hinausgeht. „Wo der Igel keinen Lebensraum mehr findet, stimmt oft auch für viele andere Arten etwas nicht mehr. Der Igel ist ein Gradmesser dafür, wie naturfreundlich unsere Umgebung noch ist.“ Deshalb gehe es nicht nur um Auffangstationen, sondern ebenso um igelfreundliche Gärten, naturnahe Grünflächen, weniger Pestizide und mehr Rückzugsräume in Städten und Dörfern.

Besonders am Herzen liegt den Grünen im Landkreis die Wertschätzung des Ehrenamts. Kreisvorsitzende Claudia Woller dazu: „Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Wildtierstationen leisten wertvolle Arbeit, arbeiten aber oft an der Belastungsgrenze. Es kann nicht sein, dass engagierte Menschen, die verletzte oder geschwächte Tiere versorgen, vom Staat mit warmen Worten abgespeist werden. Es braucht verlässliche Förderung und fachliche Unterstützung. Es braucht eine Offensive in Bayern."

Genau dafür seien die zusätzlichen Mittel gedacht – für Aufklärung, Schulungen, kommunale Maßnahmen und die bessere Vernetzung bestehender Hilfsangebote.

Aus Sicht der Grünen im Landtag und im Landkreis ist der Handlungsbedarf akut: „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird der Igel in vielen Gegenden immer seltener werden. Artenschutz beginnt nicht irgendwann, sondern genau jetzt – vor unserer Haustür.“

Fotos: Büro Mia Goller

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