
03.03.26 –
Plus 2,5 Grad in den letzten 50 Jahren! Auf den Seiten der Bayerischen Staatsregierung kann sich jeder anschauen, wie dramatisch schnell sich das Klima im Landkreis Passau erhitzt. Auch andere Kennzahlen sind alarmierend, wie die starke Abnahme der Frosttage.
https://klimainformationssystem.bayern.de/klimatool/klimatool-vergangenheit?mode=warmingstripes.
Auf ihrer Fraktionssitzung diskutierten die Kreistagsgrünen über das, was die bunten scheinbar harmlosen Klimastreifen für unseren Landkreis bedeuten. „Was das Schmelzen der Gletscher langfristig z.B. für die Wasserführung des Inns bedeutet, kann sich noch jeder vorstellen. Aber auf kurze und mittlere Sicht werden auch die Extremwetter und vor allem Hitze- und Dürreperioden im Sommer weiter zunehmen“, so Sascha Müller, der Umweltexperte der Fraktion. „Dabei haben wir im westlichen Landkreis schon heute Probleme, ohne Tiefenbohrungen genug Trinkwasser zu bekommen.“ Allgemein erwartet Müller auch für unsere Land- und Forstwirtschaft zunehmende Herausforderungen, die durch die Klimaveränderungen noch verstärkt werden. „Das Ende der Fichte als früherer Brotbaum für unsere Waldbauern gibt uns hier leider nur einen ersten Vorgeschmack - deshalb müssen wir dringend die Zukunft der kommenden Generationen dauerhaft in den Blick nehmen“
An den Klimawandel anpassen ist das eine, so Kreisrätin Jutta Koller, die vor allem den Umgang mit stark schwankenden Niederschlägen und zunehmender Sommerhitze im Blick hat. Auch der Landkreis kann bei Maßnahmen wie Hitzeschutz durch Fassadenbegrünung im eigenen Bereich, durch eine weitgehende Vermeidung von Versiegelung oder ein starkes Augenmerk auf Verdunstungsflächen vorbildlich vorangehen. „Und Bebauungen in hochwassergefährdeten Gebieten darf es künftig gar nicht mehr geben.“
Fraktionsvorsitzender Eike Hallitzky wünscht sich in der neuen Wahlperiode einen starken Fokus auf die Verringerung der Klimakiller. „Unser Landkreis ist hier im letzten Jahr mit der Gründung des Regionalwerks des Landkreises einen sehr wichtigen Schritt gegangen, um die für unser künftiges Klima so notwendige Verringerung von C0-2-Emissionen mit der Stärkung der regionalen Wirtschaft zu verbinden.“ Jetzt müsse es kraftvoll weitergehen, meint Hallitzky, der dabei zwei Handlungsfelder besonders im Auge hat: Die kommunale Wärmeplanung und vor allem ihre Umsetzung anzuschieben, hier kann das Regionalwerk neben der Integrierten ländlichen Entwicklung ein starker Motor sein. Und auch die Nutzung von Windenergie müsse endlich politischen und organisatorischen Rückenwind bekommen. „In Teilen des südlichen Landkreises, aber auch auf einigen Höhenzügen des Bayerischen Waldes bläst der Wind stark und gleichmäßig genug, um für Investoren interessant zu sein,“ so Hallitzky. Zudem würden sich Windenergie und Sonnenergie sehr gut ergänzen und den Bedarf an zusätzlichen Speichern deutlich reduzieren. Und er stellt klar: „Die von Windkraftgegnern regelmäßig ins Spiel gebrachten Argumente, wie „schlecht für Tourismus“ oder „Vogeltod“ haben sich nirgendwo bewahrheitet.“
Kreisrat Robert Steinbauer betont schließlich die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen und erneuerbaren Energien für die regionale Wirtschaft: „Wir werden so unabhängig von Gas-, Öl- oder gar Uranlieferungen aus schwierigen Staaten und das Geld für Energie bleibt bei uns im Land und in der Region.“ Die Kreistagsfraktion der Grünen ist sich einig, dass Klimaschutz zwar etwas aus dem Blickfeld geraten ist, er aber tatsächlich immer wichtiger wird. „Und damit auch das Regionalwerk des Landkreises und das Engagement von uns allen“.
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