Bündnis 90/Die Grünen

Landkreis Passau

Landschaft in Gefahr

Grünen-Politiker klagt an: Landkreis Passau ist trauriges Beispiel für die Vernichtung der Natur

08.02.17 –

Passau/Rathsmannsdorf − „Niederbayern und speziell der Landkreis Passau ist deutschlandweit ein Symbol für zügellosen und naturverachtenden Flächenfraß geworden“, prangert Grünen-Kreisrat Anton Schuberl an und verweist dabei auch auf überregionale Berichterstattungen.

Nachdem letztes Jahr bereits in der Sendung „quer“ des Bayerischen Rundfunks die Zusammenhänge zwischen Flächenversiegelung und Hochwasser-Katastrophen hergestellt worden sind und hierfür das Gewerbegebiet Rathsmannsdorf als negatives Beispiel verwendet worden ist, titelte nun sogar die Berliner „tageszeitung“ mit „Öd, platt und leblos“ über einem Foto des Rathsmannsdorfer Gewerbe-Ödlands und prangert den Ausverkauf der Landschaft in Bayern an. Schuberl: „Die niederbayerischen Landkreise sind ein trauriges Beispiel für den Verlust von jeglichem Maß und Ziel, der völligen Unterwerfung von Natur und Umwelt unter die Zwänge ungezügelten Wachstums.“

Während eine Großstadt wie Hamburg ganze 8,9 Prozent seiner Fläche unter Naturschutz gestellt hat und in Deutschland durchschnittlich zumindest 3,9 Prozent der Fläche Naturschutzgebiete sind, sind es in Bayern nur 2,3 Prozent. „Dies untertrifft der Regierungsbezirk Niederbayern mit 0,73 Prozent der Fläche deutlich und wird noch einmal untertroffen vom großen Flächenlandkreis Passau mit nur 0,56 Prozent der Fläche“, erklärt der Landkreis-Politiker. Schuberl weiter: „Wie kann es sein, dass eine dicht besiedelte Großstadt auf ihrem Gebiet in Relation fast 16 mal soviel Fläche unter Naturschutz stellen kann, als der dünn besiedelte Landkreis Passau? Wie kann es sein, dass in Bayern in Relation viermal soviel Fläche unter Naturschutz steht, als im Landkreis Passau? Nichts darf den Wünschen von Bauindustrie und Gewerbe im Weg stehen. Selbst kleinste Einschränkungen sind unerwünscht.“

Das Gewerbegebiet Rathsmannsdorf ist aus Sicht des Grünen-Kreisrats nur eines der Beispiele für den Größenwahn unserer Politiker. Dieses musste auf Biegen und Brechen so schnell wie möglich durchgeboxt werden, obwohl längst drei von vier Investoren abgesprungen waren und bis heute keine neuen hinzugekommen sind. Appelle zur Mäßigung in der Größe oder zur Herausnahme eines halben Hektars wertvollster Quellbiotope am Rand des Gebiets sind abgelehnt worden.

Der Verbrauch von Landschaft und Böden ist oft unumgänglich, selbst die Zerstörung von wertvollen Biotopen muss in besonderen Fällen in Kauf genommen werden, wenn überragend wichtige Projekte nur so umgesetzt werden können. „Dazu braucht es aber in jedem Fall eine ehrliche und ergebnisoffene Abwägung und den echten Versuch, den Eingriff so klein wie möglich zu halten. Im Landkreis Passau und in weiten Teilen Niederbayerns fehlt jedoch die Bereitschaft, Belange der Natur angemessen zu gewichten. Der Wert von Boden und Landschaft wird derart gering geschätzt, dass in jeglicher Abwägung die Natur verliert“, betont Anton Schuberl und fordert: „Diese Politik muss sich ändern! Das Bewusstsein für den Wert von Natur, Wasser, Böden, Artenvielfalt und Landschaft muss wachsen! Denn wenn wir so weitermachen, vernichten wir die Lebensgrundlage für unsere Enkelkinder!“

Quelle: Am Sonntag vom 05.02.2017
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Kategorie

Umwelt

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