
28.02.26 –
Was bewegt Jugendliche? Was erwarten sie von der Politik und fühlen sie sich mitgenommen? Auf Einladung der Grünen im Landkreis Passau diskutierten junge Menschen diese und weitere Fragen mit dem Landtagsabgeordneten Toni Schuberl. Die Themen bestimmten die Jugendlichen selbst und so wurde es ein spannender und intensiver Abend. Moderiert wurde die Veranstaltung von Claudia Woller (Kreisvorsitzende) und Verena Regner (Vorstandsmitglied Grüne).
Eingangs stand ein mögliches Social Media Verbot im Mittelpunkt der Diskussion. Schuberl sprach sich gegen ein Verbot aus, forderte jedoch, geltende Regeln für Tech-Riesen konsequenter durchzusetzen: "Wir haben Gesetze, die angewendet werden müssen, außerdem brauchen wir mehr Transparenz hinsichtlich der Algorithmen". Die Jugendlichen äußerten zudem Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit eines Verbotes.
Viel Gesprächsbedarf gab es zu Bildung und Schule: Diskutiert wurde, ob Noten eher motivieren oder zu mehr Druck und Stress führen. Weiter ging es um mehr Mitsprachrechte für Schülerinnen und Schüler und wie sie ermutigt werden können, bei Ungerechtigkeit und Mobbing stärker für sich oder andere einzustehen. Gemeinsam mit Schuberl überlegten die Teilnehmer, wie Schulen weniger hierarchisch gestaltet werden könnten.
Ein drängendes Thema war außerdem der Krieg in der Ukraine. Schuberl erklärte dazu, dass es keine einfachen Antworten gebe: "Wir müssen das tun, was am Ende unterm Strich zu weniger Krieg und zu mehr Frieden führt. Im Fall der Ukraine sind dies Waffenlieferungen, um Russland zu stoppen und den Krieg räumlich zu begrenzen. Das ist Friedenspolitik." In diesem Zusammenhang kam auch die Wehrpflicht zur Sprache. Es waren sich alle einig: Niemand darf zum Kriegsdienst gezwungen werden, wir müssen jedoch fähig sein, uns verteidigen zu können. Die Jugendlichen machten deutlich, dass sie bei einer Debatte über die Wehrpflicht unbedingt stärker beteiligt werden wollen, da diese deutliche Auswirkungen auf ihr Leben hätte.
Auch ein mögliches Verbot der AfD und der Weg dorthin wurden thematisiert. Die Entscheidung trifft das Bundesverfassungsgericht, so Schuberl. "Den Antrag können die Bundesregierung, der Bundestag oder Bundesrat stellen. Wir Grüne wollen das, aber es kommt in erster Linie auf die Union an, denn ohne sie gibt es keine Mehrheit für einen Antrag."
Im Verlauf des Abends wurde die steigende psychische Belastung junger Menschen angesprochen. Gemeinsam wurde zusammengetragen, welche Anlaufstellen und Hilfsangebote es gibt. Eine Teilnehmerin berichtete, bei Kontaktaufnahme mit einer Schulpsychologin würden die Eltern informiert werden. Der Landtagsabgeordnete Schuberl versprach, dem nachzugehen: "Ich werde nachfragen, ob das so richtig ist und auf welcher rechtlichen Grundlage das passiert. Man sollte dort hingehen können, auch ohne dass die Eltern automatisch informiert werden."
Das Fazit des Abends fiel durchwegs positiv aus. Was sehr deutliche wurde: Junge Menschen wünschen sich mehr Beteiligung und fordern mehr Klarheit von der Politik. Beeindruckend war die große Offenheit und das gegenseitige ehrliche Interesse, so dass alle Beteiligten, inklusive der Moderatorinnen und Toni Schuberl, viele Denkanstöße mit nach Hause nahmen.
Kategorie
Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.