Grüne veranstalten Politik-Picknick in Ruderting
Wenn die Menschen trotz leichtem Regen bleiben, dann ist das ein Hinweis auf eine gelungene Veranstaltung. Der Landtagsabgeordnete Toni Schuberl hat sich vor ein paar Tagen in Fischhaus an der Ilz in der Gemeinde Ruderting Zeit für Anliegen und Fragen genommen. Organisiert wurde das Picknick von Verena Regner, Kreisvorsitzende der Grünen Passau-Land, und David Weikert, Vorstandsmitglied im Kreisverband. „Wir wollten einen Raum schaffen für einen unkomplizierten Austausch auf Augenhöhe. Das darf ruhig auch kontrovers sein. Wenn es dann noch gemütlich ist und mitten in der Natur, mit gutem Essen, dann ist es super“, so Regner.
Eingangs stand die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Mittelpunkt und die Frage, welche Folgen eine AfD-Regierung für das Bundesland hätte. Schuberl meinte dazu: „Wenn eine Partei nicht nach den demokratischen Regeln spielt, haben wir ein Problem. Die AfD hätte im schlimmsten Fall in Sachsen-Anhalt Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hand und könnte damit faktisch alles Denkbare tun, wenn das Parlament es zulässt. Und falls es rechtswidrig ist, vergeht leider einige Zeit, bis es revidiert wird, weil gerichtliche Verfahren oft lange dauern.“ Zudem wurde der Umgang mit AfDlern in den Kommunalparlamenten thematisiert. „Wenn jemand für die AfD kandidiert, dann steht er auch hinter deren problematischen Positionen. Es ist wichtig, Vertreter
demokratischer Parteien darüber aufzuklären, warum die AfD rechtsextrem und rassistisch ist. Außerdem kann es sinnvoll sein, die AfDler mit den Positionen ihrer Partei zu konfrontieren“, so Schuberl.
Auch der Hitzesommer und seine Auswirkungen bewegten die Anwesenden. Toni Schuberl erzählte von der Bründlkapelle bei Thurmannsbang und davon, dass die Quelle bei der Kapelle versiegt sei. Die Dürre in Folge der Klimaerhitzung sei ziemlich sicher die Ursache für dieses Versiegen, da es wohl schon mehrfach Probleme mit der Quelle gegeben habe, jeweils zu den Hitzesommern 1976, 2003 und 2026. Die abwegige Erklärung, es sei immer ein kleines Erdbeben gewesen, ist ausgeschlossen. „Ich habe mich erkundigt: Es gab in unserer Region heuer gar kein Erdbeben und auch solche im Ausland hatten keine Auswirkungen auf uns.“
Einer der Teilnehmer brachte zur Sprache, dass wir Deutschen den Klimawandel nicht alleine aufhalten können. Das müsse global passieren, und da habe er Zweifel. Der Landtagsabgeordnete sieht das jedoch optimistischer: „Wir sind auf einem guten Weg! Weltweit werden in großer Geschwindigkeit Photovoltaik und Windkraft ausgebaut, insbesondere in China. Und zwar deswegen, weil es sich rentiert. Da passiert gerade sehr viel, und das macht mir Mut.“
Im Verlauf des Abends wurde auch die Cannabis-Legalisierung angesprochen. Toni Schuberl, der dafür kämpfte, wurde gefragt, warum er sich für eine Aufhebung des Verbotes eingesetzt hat. „Grundsätzlich wäre es schön, wenn wir alle überhaupt keine Drogen nehmen würden, aber die Realität hat gezeigt, dass trotz des Verbots seit Jahrzehnten Cannabis konsumiert wird. Cannabiskonsumenten sollten entkriminalisiert werden und legale Bezugsquellen haben, damit sie nicht dem illegalen Schwarzmarkt überlassen werden“, so Schuberl. Durch die Reform hat sich die Zahl der Konsumenten nicht erhöht.
Das Fazit des Abends war durchwegs positiv. Was spürbar wurde: Es tut uns allen gut, wenn wir uns gegenseitig zuhören und versuchen, den anderen zu verstehen. Es müssen am Ende nicht alle einer Meinung sein, auch unterschiedliche Ansichten dürfen nebeneinanderstehen. Wenn das gelingt, kann man trotz aller Unterschiede den Abend gemeinsam gemütlich ausklingen lassen.