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Integration auf Niederbayerisch:

Erfolgsgeschichten mit viel Herz

31.05.21

Ein kleiner Kreis um Bad Füssings dritte Bürgermeisterin Brigitte Steidele kümmert sich auch heute noch mit viel Engagement und Herzblut darum, dass Geflüchtete in der Kurgemeinde eine neue Heimat und vor allem auch eine berufliche Perspektive finden.

Nachgezählt hat Brigitte Steidele nie. Aber etwa 200 Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung aus ihrer Heimat geflüchtet sind, um in Deutschland eine bessere und sichere Zukunft zu suchen, seien es etwa gewesen, die sie in den vergangenen sieben Jahren kennengelernt und viele davon begleitet und unterstützt hat. Genau erinnert sich die 57-Jährige an den Tag, als die ersten Flüchtlinge Schutz in einer ehemaligen Pension in Egglfing fanden. „Die Tochter hat einen Kuchen gebacken und gemeinsam mit meinem Mann sind wir dorthin geradelt, um die Menschen willkommen zu heißen“, sagt sie. Es waren zwei junge Männer aus Eritrea und zwei junge Frauen aus Nigeria mit ihren Kindern, die dort Zuflucht gefunden hatten.

Was mit einem vorsichtigen Gespräch bei Kaffee und Kuchen begann, entwickelte sich in den darauffolgenden Monaten für Brigitte Steidele und dem Kreis an Unterstützern, zu dem von Anfang an und in besonders engagierter Weise Theresia Stadali aus Egglfging gehörte, zu einem Vollzeitjob: Behördengänge, Arztbesuche, Einschreibungen in Schulen und Kindergärten, Arbeit oder Lehrstelle finden, Wohnungen suchen, Spenden organisieren und – vielleicht am wichtigsten – den Menschen zuzuhören.

Viele bewegende Schicksale

Was sie aus dieser Zeit mitgenommen hat: „Diese Menschen mussten unvorstellbar Schreckliches erleben, bevor sie zu uns nach Deutschland gekommen sind“, weiß die heutige dritte Bürgermeisterin. Auch Deutschkurse organisierten Brigitte Steidele und ihr Team und stellten den Kontakt zu Betrieben her, um denjenigen, deren Asylantrag aufgrund unserer Gesetze genehmigt wurde, auch eine berufliche Zukunft in Niederbayern zu ermöglichen.

Immer wieder gab es auch Rückschläge, beispielsweise weil Menschen, die bestens integriert waren, nicht bleiben durften. Umso stolzer ist sie auf die vielen Integrations- Erfolgsgeschichten, die in den vergangenen Jahren geschrieben wurden. Eine davon ist Lana Shora aus Syrien. Sie hat in Bad Füssing ihre Ausbildung als Hotelkauffrau abgeschlossen und im September 2020 ihre Einbürgerungsurkunde erhalten. Oder Misgina Kidane: Er kam aus Eritrea in die Kurgemeinde und ab- solviert derzeit eine Ausbildung zum Koch im Bad Füssinger Kurhotel Zink.

Aus Begegnungen wurden Freundschaften

Die beiden Flüchtlingsunterkünfte in Würding und Egglfing sind inzwischen aufgelöst. Und auch das Engagement Brigitte Steideles hat sich verändert: „Die Menschen werden immer selbstständiger, ich helfe noch bei Arztgängen und bei Behördenangelegenheiten“, erzählt sie. Entstanden seien viele Freundschaften, die bis heute halten, auch zu Menschen, die bereits woanders hingezogen sind. Was sie sich wünscht: „Unabhängig davon, warum die Menschen zu uns kommen: Wir werden ohne unsere ausländischen Mitbürger nicht zurechtkommen, ob aus dem EU-Raum oder anderswoher – allein schon aufgrund des demografischen Wandels. Umso wichtiger ist das Miteinander, das Interesse aneinander und die Offenheit füreinander. Das klappt nur beiderseitig. Man kann so viel voneinander lernen und ich sehe großes Potenzial in den Kindern, die hier geboren oder mitgebracht werden. Sie lernen sehr schnell, was auch dem großen Engagement von Kindergärtnerinnen und Lehrkräften zu verdanken ist und am Ende doch uns allen zugutekommt.“

Quelle: Gemeinde-Info Bad Füssing April/Mai 2021

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