Dein Ort wird schöner mit Dir!
Unser „Dahoam“ ist der Ort, an dem wir zusammen gestalten können. Das wollen wir Grüne tun – gemeinsam mit dir! Lass’ uns bewahren, was uns lieb ist, und lass’ uns zusammen behutsam verändern, was besser werden darf.
Gemeinsam schaffen wir es, gut durch diese herausfordernde Zeit zu gehen. Wir Grüne im Landkreis Passau setzen uns für einen wirtschaftlich und ökologisch erfolgreichen Landkreis ein, der allen Menschen ein gesundes und sicheres Leben ermöglicht.
Das erreichen wir konkret durch:
- Städte und Dörfer, die alles zum Leben bieten,
- eine Wirtschaft, die stark in der Region ist,
- Häuser und Wohnungen, die gut verkehrstechnisch angebunden sind und in einer sauberen Umwelt liegen,
- ein Miteinander, das alle Lebenssituationen im Blick hat.
Für unsere Orte und unseren Landkreis braucht es kluge Ideen und einen zuverlässigen Plan. Wir setzen auf Entscheidungen, die sowohl im Hier und Jetzt tragen als auch an die nächsten Generationen denken.
Wir sind „Hier für’s Wir“.
Lebendige Städte und Dörfer
Versorgung sichern
Wir setzen uns dafür ein, dass Sie in allen Gemeinden, Märkten und Städten im Landkreis Passau in allen Lebenslagen gut versorgt sind. Für Ihre Gesundheit setzen wir auf wohnortnahe Erreichbarkeit Ihrer Haus- und Fachärzt*innen, Videosprechstunden, telefonische Krankschreibung, Vernetzung ambulanter und stationärer Versorgung – zum Beispiel durch gestärkte Zusammenarbeit zwischen unseren Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren im Passauer Land sowie einen Rettungsdienst, der im Notfall schnell bei Ihnen sein kann.
Besonders wichtig ist uns Hilfe für von Gewalt betroffene Menschen. Insbesondere die Finanzierung der Beratungsangebote, des Frauennotrufs und des Frauenhauses in Passau muss durch Freistaat und Landkreis sichergestellt sein.
Ortskerne mit Charme
Damit Sie im Ort sicher von A nach B kommen, machen wir uns stark für verkehrsberuhigte Straßen, genügend Platz für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, und angemessene Parkflächen, wenn sie benötigt werden. Ein gezieltes Leerstandmanagement beugt tristen Ortskernen vor. Ein nachhaltiger Denkmalschutz, insbesondere der Schutz von Bau- und Naturdenkmälern, bewahrt Geschichte.
Regionale Wochenmärkte, gerne auch am Wochenende für Berufstätige und ihre Familien, beleben Ihre Gemeinde. Spielplätze werden liebevoll gepflegt und dienen Groß wie Klein als beliebter Treffpunkt. Bikeparks, Basketball- und
Fußballplätze können von Jugendlichen und Vereinen genutzt werden.
Ausreichend Platz für artenreiche Grünflächen und Laubbäume: als grüne Oasen sind sie unentbehrlich für Naherholung und die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Sie sorgen für Kühlung bei Hitzetagen. Das schafft Lebensqualität dort, wo wir leben.
Auf Schulen achten
Qualifizierte hochwertige Bildung und Ausbildung fußt auf ansprechenden Rahmenbedingungen. Wir setzen uns dafür ein, dass Kindergärten, Kitas und Schulen zeitgemäß ausgestattet sind und regelmäßig modernisiert werden.
Für uns ist besonders wichtig, dass neben dem regulären Unterricht ausreichend Platz für ergänzende Angebote vorgesehen ist. Dazu gehört zum Beispiel, die Medienkompetenz und Natur- und Umweltbildung zu stärken oder Schüler*innen auf eine Ausbildung vorzubereiten.
Gesundes Mittagessen gehört – zusammen mit passenden Betreuungsangeboten – zur Grundausstattung unserer Bildungszentren. Die Schulen werden durch Sozialarbeiter*innen in ihrer wertvollen Arbeit unterstützt. Wir verankern, dass eine Beförderung auch nach der Nachmittags- oder Ganztagsbetreuung gegeben ist. Jedes Kind soll sicher von und zur Schule kommen – unabhängig von den Möglichkeiten im Elternhaus. Alternativen zu den „Elterntaxis“ entlasten Familien und Verkehr gleichermaßen.
Gemeinden wetterfest machen
Die zunehmende Hitze macht sich in den Orten, vor allem auf den Marktplätzen, bemerkbar. Abhilfe schaffen Beschattungen durch Bäume und Wasserspender. Wir prüfen Dach- und Fassadenbegrünungen auf bzw. an öffentlichen Gebäuden, damit die Innenräume kühl und die Kosten niedrig bleiben.
Zum Schutz der Gemeinde, vor allem der Wohngebiete, setzen wir auf ein gutes Starkregenmanagement, inklusive der Förderung von Rigolen- und Zisternenlösungen, moderne Kanalisation und naturnahen Hochwasserschutz durch Förderung des Wasserrückhalts in Grünflächen und mehr Platz für Fließgewässer. Dadurch lassen sich zudem Artenvielfalt und Klimaschutz hervorragend verknüpfen. Wir stärken unsere Kräfte bei den Feuerwehren und vom Katastrophenschutz.
Die finanzielle Lage in den Gemeinden ist oft angespannt. Wir legen daher ein Augenmerk darauf, alle Förderungen und -mittel aus EU-, Bundes- und Landesebene auszuschöpfen. Insbesondere möchten wir mit den Kommunen das
Bundesaktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ und das Bayerischer Förderprogramm „Bodenständig“ voranbringen.
Zudem machen wir uns in Gemeinderäten und im Kreistag für eine solide Finanzierung der Kommunen stark.
Begegnungen ermöglichen
Orte echter Begegnungen sind ein wertvolles Gut. Wir setzen uns dafür ein, dass es genug Räume für die verschiedenen Bedürfnisse gibt. Orte zum Ratschen, Orte zum Sporteln, Orte zum Spielen.
Ob Stammtisch, ruhige Atmosphäre in der Bücherei, Konzentration beim Computerkurs, kreative Kunstprojekte – wir fördern Initiativen und Vereine und stellen ihnen Räumlichkeiten zur Verfügung.
Wir befürworten besonders das Einrichten konsumfreier Räume, damit alle teilhaben können.
Digitalisierung im Blick behalten
Es hat sich viel getan im Bereich der Digitalisierung. Der digitale Bauantrag wurde auf den Weg gebracht, ein erster vereinfachender Schritt. Wir unterstützen weiterhin den Ausbau des digitalen Rathauses. Dabei legen wir Wert auf einfache Bedienbarkeit, Sicherheit unserer Daten und Einbindung in vorhandene IT-Strukturen. Wir bevorzugen ein einheitliches Konzept anstelle einzelner Insellösungen.
Ziel der Digitalisierung muss sein, die Verwaltung aktiv zu unterstützen und Bürokratie abzubauen. Bürger*innenfreundlichkeit und gute Arbeitsbedingungen stehen für uns stets im Vordergrund. Wir fordern einen zielgerichteten Einsatz moderner Technik und intelligenter Software, zum Beispiel Steuerungssysteme für bedarfsgerechte Energieversorgung.
Das schont Umwelt und Geldbeutel. Wir setzen uns dafür ein, dass Sie die digitalen Angebote einfach nutzen können.
Dies erfordert eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen.
Eine starke Wirtschaft braucht einen starken
Landkreis
Der Landkreis Passau zählt mit einer Bruttowertschöpfung von rund 6,4 Milliarden Euro (2024) als Wirtschaftsstandort zu den stärksten Landkreisen in Niederbayern. Es ist essenziell, das Passauer Land weiterhin für bestehende und neue Unternehmen attraktiv zu gestalten. Dazu bedarf es des Zusammenspiels von gut funktionierender Industrie, Erneuerbare-Energie-Unternehmen und eines nachhaltigen Tourismus.
Firmengründung startklar machen
Wer gründen will, steht vor vielen Fragen und Fördermöglichkeiten, die nur schwer zu überblicken sind. Das macht die Gründung oft komplizierter und aufwändiger als nötig. Wir Grüne wollen deshalb im Landkreis Passau eine zentrale Gründer-Anlaufstelle schaffen. Dort finden Entschlossene alle wichtigen Informationen zum Ablauf und zu möglichen Förderungen – einfach und übersichtlich.
Wir setzen dabei auf moderne Technologien, wie einen KI-Chatbot, der rund um die Uhr hilft und das Verwaltungspersonal entlastet. Durch die vielfältig im Landkreis angesiedelten IT-Unternehmen lässt sich eine solche Lösung mit Kompetenzen aus der Region umsetzen.
Förder-Navigator Passauer Land
Wir setzen uns für die Einführung eines quartalsweisen „Förder-Navigators“ für alle Unternehmen und Kommunen im Landkreis ein. Dieser kostenlose Newsletter informiert passgenau nach Handlungsfeldern oder Unternehmensgröße über aktuelle Fördermöglichkeiten von EU, Bund und Land.
Damit sparen unsere Unternehmen Zeit bei der Recherche und verpassen keine wichtigen Fristen. In unseren Kommunen trägt dies dazu bei, dass die teils angespannte Finanzlage etwas beruhigt werden kann. So erreichen wir, dass jeder förderbare Euro auch tatsächlich in unsere Region fließt.
Klug planen statt wild wachsen
Wir wollen unseren Unternehmen im Landkreis – und denen, die es gerne werden wollen – ermöglichen, Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben und Erweiterungen schnell und einfach zu durchlaufen. Die Unternehmen sollen dabei Unterstützung bei sämtlichen Verwaltungsprozessen erhalten.
Wir legen großes Augenmerk darauf, dass alle beteiligten Behörden nahtlos zusammenarbeiten, damit der Standort für Unternehmen attraktiv bleibt. Besonders innovative, nachhaltige und umweltschonende Projekte sollen nicht
an der Bürokratie scheitern. So schaffen wir Planungssicherheit, fördern zielgerichtet Investitionen in die
Zukunft des Landkreises und reduzieren Bürokratie, ohne dabei an Qualität oder Umweltstandards zu sparen.
Die Zusammenarbeit der Kommunen im Landkreis ist essenziell , um Gewerbegebiete gemeinsam entwickeln und betreiben zu können. Auch wenn nur eine Gemeinde eine freie Fläche oder bereits eine gut ausgebaute Infrastruktur hat, können mehrere Kommunen zusammen in die Erschließung investieren und von den Vorteilen profitieren. Verträge regeln dabei die faire Aufteilung der Gewerbesteuereinnahmen.
Wir wollen deshalb das interkommunale Flächenmanagement stärken, sodass wir gemeinsam Kosten für die Einzelkommune reduzieren und durchdachte Gewerbegebiete mit besserer Infrastruktur schaffen können. Damit fördern wir kommunale Kooperation, reduzieren Flächenfraß und schützen gleichzeitig Natur und Landschaft.
ÖPNV macht Ausbildung erreichbar
Viele junge Menschen starten ohne Führerschein in die Ausbildung. Das stellt Familien oft vor große Herausforderungen, wenn der Wunschbetrieb mit öffentlichen Verkehrsmitteln entweder gar nicht oder nur zu unbrauchbaren Zeiten erreichbar ist. Zweiräder helfen, lösen das Erreichbarkeitsproblem aber nur teilweise (Wetter,
Strecke, Sicherheit).
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis:
Steffi (fiktiv) wohnt in Hauzenberg und möchte eine Ausbildung/Arbeitsstelle in
Wegscheid beginnen.
- Die Arbeitszeit geht von 8 Uhr bis 17 Uhr.
- Die Fahrtzeit mit dem Auto beträgt hin und zurück täglich ca. 40 Minuten.
- Die Fahrtzeit mit dem Bus beträgt hin und zurück täglich ca. 2,5 Stunden.
Ist Steffi auf den Bus angewiesen, bedeutet das, dass sie pro Woche 12,5 Stunden im Bus verbringt. Bei der Annahme von 230 Arbeitstagen im Jahr sind das 575 Stunden, also rund 24 Tage. Etwa 3,8-mal so viele wie mit dem Auto.
Für ländliche Betriebe erschwert das im Umkehrschluss die Suche nach neuen Auszubildenden und Fachkräften. Wir Grüne sehen daher den bedarfsgerechten Ausbau des ÖPNV als wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft und der Fachkräftesicherung.
Wohnen
Bezahlbare Mietwohnungen
Wohnen muss bezahlbar sein. In vielen Gemeinden im Landkreis Passau ist die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum jedoch größer als das Angebot. Wir Grüne im Landkreis Passau setzen uns dafür ein, dass die Kommunen beim
Wohnungsbau und bei der Ausweisung von Baugebieten einen ausreichenden Anteil mietpreisgebundener Wohnungen vorsehen sowie selbst in den kommunalen und sozialen Mietwohnungsbau investieren.
Wir unterstützen, dass der Landkreis die Kommunen proaktiv über Förderungen für kommunalen Wohnungsbau informiert – wie es im integrierten Kreisentwicklungskonzept vorgesehen ist.
Nachhaltiges Bauen
Wir treten für eine gezielte Förderung nachhaltiger Baustoffe ein. Wir unterstützen die bayerische Holzbauförderung und fordern zusätzliche kommunale Förderprogramme für nachwachsende Rohstoffe im Bau- und Dämmbereich. Das ist nicht nur gelebter Klimaschutz, sondern senkt auch langfristig die Betriebskosten für Sie als Hausbesitzer*innen.
Die Baubranche verursacht etwa 60 % des gesamten Müllaufkommens. Um künftige Generationen nicht mit unvorhersehbaren Entsorgungskosten zu belasten, streben wir bei Neubauten ein Rückbau- und Recyclingkonzept als
Bestandteil der Baugenehmigung an. Dieses Konzept plant bereits heute den umweltgerechten Rückbau und die Wiederverwertung der verwendeten Materialien.
Durch die frühzeitige Berücksichtigung von Rückbaukosten wird ressourcenschonendes Bauen gefördert und unsere Kinder werden nicht mit den Entsorgungsproblemen von heute belastet. Wir priorisieren anstelle von Abriss den Umbau von Bestandsgebäuden insbesondere zur Schaffung von Wohnraum: Umbauen, Aufstocken, Umnutzen.
Das spart Verfahrenszeit, Flächenverbrauch, Müll und klimaschädliche Emissionen.
Kommunale Wärmeplanung
Wir begrüßen es, dass der Landkreis die Kommunen bei der ab 2028 vorgesehenen kommunalen Wärmeplanung tatkräftig unterstützt.
Energie erneuerbar machen
Kommunen und ihre kommunale Infrastruktur sind wegweisend für die Umsetzung der Energiewende. Wir wollen, dass der Landkreis Passau den Ausbau erneuerbarer Energien noch aktiver und konsequenter vorantreibt. Ziel ist es, dass alle Städte und Gemeinden ihren Eigenbedarf durch erneuerbaren Strom decken können. Dies umfasst eine energieeffiziente Verwaltung durch moderne und stromsparende Geräte, kommunale Energiesparkonzepte sowie die energetische Verbesserung der öffentlichen Gebäude.
Wir wollen unsere Energieversorgung so weit wie möglich vor Ort organisieren und die Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Wasser individuell oder gemeinschaftlich (Bürger-Energie-Genossenschaften) betreiben. So profitieren
wir alle unmittelbar von der Energiewende und werden unabhängiger von großen Energiekonzernen und vom teuren Import klimaschädlicher, fossiler Energieträger.
2027 wird der deutsche CO2-Preis in den europäischen Emissionshandel eingegliedert. Es ist unvorhersehbar, wie sich Strom- und Heizkosten dadurch entwickeln werden. Wir befürworten, dass bei Neubauten erneuerbare Energie
genutzt wird. Darüber hinaus möchten wir alle geeigneten Dachflächen zur Energiegewinnung nutzen. Zu diesem Zweck sollen diese künftig auch vermietet werden können. So werden wir langfristig unabhängig von unkalkulierbaren CO2-
und Heizstoffpreisen.
Wir befürworten eine verpflichtende Gewinnbeteiligung der Kommunen und Bürger*innen an privatwirtschaftlichen Wind- und Solargroßprojekten. Dies muss über einfache und unbürokratische Wege abgewickelt werden. Wir fördern praxisnahe Beratungsangebote, die aufzeigen, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien langfristig kostengünstiger ist als weiterhin fossile Energien zu nutzen.
Mobil sein auf dem Land
Mobilität macht für die meisten von uns einen wichtigen Baustein der Lebensqualität aus. Wer nicht mobil ist, kann weder sorglos einkaufen gehen noch ausreichend am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Zugleich verursacht der Verkehrssektor rund 22 % (2023) der deutschen Treibhausgasemissionen. Hier besteht großes Potenzial, klimaschädliche Emissionen einzusparen. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Transformation zu klimaneutraler Mobilität auf dem Land eng mit den täglichen Anforderungen der Menschen gedacht wird.
Gute Busanbindung
Für Menschen, die ohne Auto auskommen wollen oder müssen, ist eine gute Busanbindung ihres Wohnorts wesentlich. Doch in vielen Dörfern sieht die Realität anders aus. Busse fahren nur selten, die nächste „bessere“ Bushaltestelle ist zu weit entfernt oder das angepeilte Ziel kann nur mit enormen Umwegen – sprich viel Zeit – erreicht werden.
Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass die Busverbindungen innerhalb des Landkreises sinnvoll ausgebaut werden. Auch die landkreisübergreifenden Verbindungen (z. B. Hauzenberg – Waldkirchen), die Stadtbusse für die Stadtrandgemeinden Passaus und die „Abruf-Angebote“ (Rufbus) wollen wir stärken. Damit Menschen ohne Führerschein ihre Ziele, Supermärkte, Ärzt*innen oder Arbeitsstellen sicher, bequem, kostensparend und umweltfreundlich erreichen können.
Das kommt auch den Menschen zugute, die das Auto mal stehen lassen möchten oder müssen. Ein Hauptaugenmerk muss dabei darauf gelegt werden, dass die Busverbindungen mit Anschlussbussen oder Zügen passen und keine unnötig langen Wartezeiten entstehen. Eine gezielte Förderung der Kommunen zum Bau von sicheren Fahrradunterständen an wichtigen Bushaltestellen oder Bahnhöfen schafft zusätzliche Anreize zum Umstieg auf den ÖPNV.
Um ein sinnvoll gestaltetes ÖPNV-Netz umsetzen zu können, braucht es allerdings zu Beginn einen Überblick über den aktuellen Bedarf der Menschen im Landkreis. Wir möchten von Ihnen wissen, wie Ihre Fahrwünsche aussehen. Dafür wollen wir digitale Möglichkeiten schaffen, über die jede Person ihren individuellen Bedarf mitteilen kann.
Verkehrsunternehmen, die bereits ÖPNV-Linien betreiben, können hierzu weitere Auslastungsstatistiken zur Verfügung stellen. Basierend auf diesem Bedarf können dann in Folgeprojekten sinnvolle Verbindungsoptionen geplant werden. So schaffen wir langfristig Busverbindungen, die effizient genutzt werden können und eine verlässliche Option zum eigenen PKW darstellen.
Ausgebaute Fuß- und Radwege sowie sichere
Schulwege
Gut ausgebaute und vor allem vorhandene Fuß- und Radwege sind für eine gelungene Verkehrswende ein zentraler Baustein. Gerade im ländlichen Bereich sind Fahrradwege Mangelware. Aus Angst um die eigene Gesundheit im geteilten Straßenverkehr lassen viele Menschen das Rad stehen und fahren mit dem Auto. In vielen Gemeinden ist ein sicherer Schulweg aufgrund viel befahrener Straßen und fehlender Radwege undenkbar.
Das muss sich ändern, gerade jetzt, wo durch E-Bikes und Pedelecs die Attraktivität der Fahrradnutzung geradezu revolutionär ansteigt. Wir Grüne machen uns dafür stark, dass überall dort, wo es möglich und sinnvoll möglich ist, ein Fuß- oder Radweg gebaut oder Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Bereits vorhandene Wege müssen genauso betreut werden wie Straßen.
Umwelt- und Naturschutz
Wasser schützen
Sauberes Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und entscheidend für eine gute Grundversorgung unserer Bevölkerung. Jedoch lassen sich in den vergangenen Jahren zunehmend sinkende Grundwasserspiegel und erhöhte
Verunreinigungen beobachten.
Als Grüne wollen wir das Oberflächenwasser möglichst in der Fläche halten und fördern gezielt Maßnahmen, wie die Schaffung von Retentionsflächen, den Bau von Rigolen und Zisternensystemen und wirken auf eine konsequente
Entsiegelung von Flächen hin. Regenwasser soll nicht in der Kanalisation verschwinden und diese überlasten, sondern auf natürlichem Wege wieder in unser Grundwasser versickern können.
Eine der wichtigsten Stellschrauben ist es, die natürliche Schwammfunktion der Landschaft und von Siedlungsbereichen zu fördern. Wir setzen uns vor Ort für den Einsatz der entsprechenden Förderprogramme (z.B. FlurNatur des Amtes für Ländliche Entwicklung) und für eine kluge Ausgestaltung von Bebauung ein. Wir wollen zudem, dass Grundwasser zeitnah nicht mehr kostenfrei entnommen werden darf. Von niemandem, nicht von uns, wenn wir duschen oder trinken, nicht von der Landwirtschaft für die Bewässerung ihrer Felder, nicht von privaten Wasserkonzernen, die damit Mineralwasser oder anderes herstellen. Nur so können wir für eine achtsame Nutzung unseres wertvollsten Lebensmittels sorgen.
Wir stehen zur kommunalen, leitungsgebundenen Trinkwasserversorgung und unseren Versorgern im Landkreis und erteilen Privatisierungstendenzen eine klare Absage. Trinkwasser muss bezahlbar bleiben. Unsere Kinder und Eltern
werden uns dafür danken.
Artenvielfalt bewahren
Der Verlust der Artenvielfalt ist ein zentrales, viel zu wenig beachtetes Problem mit erheblicher Tragweite. Der Rückgang der biologischen Vielfalt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch beschleunigt. Zwischen 1989 und 2016 ist beispielsweise die Insektenmasse um 76 % zurückgegangen. Tendenz steigend.
Zum Erhalt unserer angestammten heimischen Tier- und Pflanzenwelt, benötigen wir eine vielfältige Landschaft mit einem Netz aus Biotopen, womit gleichzeitig die Auswirkung von Extremwetter auf uns Menschen abgepuffert wird.
Jede Maßnahme und jede Fläche, die der Artenvielfalt dient, leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz, für unsere eigene Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Insektenreichtum und -vielfalt garantiert durch kostenlose Bestäubungsleistung Ertragssicherheit vieler unserer Kulturpflanzen und senkt außerdem den Druck von Schadinsekten in der Landwirtschaft. Allein für Deutschland wird der ökonomische Wert der Bestäubungsleistung in der Landwirtschaft auf über 2,7 Milliarde Euro/Jahr geschätzt.
Erhalt, Schutz und Neuschaffung von Biotopen sowie eine qualitativ hochwertige Entwicklung von Ausgleichsflächen und eine ausreichende Finanzierung muss daher unser aller Anliegen sein. Deshalb ist es auch wichtig, dass die
Biotopkartierung im Landkreis aktuell erneuert wird. So können zielgerichtete Beratungen, Maßnahmen und Förderungen zum Erhalt und zum Schutz dieser wertvollen Lebensräume vorangebracht werden.
Wir begrüßen und unterstützen Projekte des Landkreises wie das Blühende Passauer Land, welche die biologische Vielfalt und unsere Natur fördern.
Landwirtschaft
Unsere Landwirt*innen stehen auch im Landkreis Passau vor großen Herausforderungen: Klimawandel mit Dürren und Überschwemmungen gefährden sichere Ernten. Außerdem ermöglicht der Klimawandel die Ansiedelung nicht heimischer Arten. Das erhöht den Schädlings- und Krankheitsdruck auf Nutzpflanzen. Änderungen der Förderungen, Bürokratie und Preisdruck sind weitere wichtige Stichpunkte.
Wir setzen uns für eine nachhaltige Landbewirtschaftung ein, die Klima-, Boden- und Wasserschutz sowie den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt integriert und den Einsatz von Pestiziden verringert. Wir befürworten praktikable Lösungen auf Augenhöhe und eine überdurchschnittliche Bezahlung dieser enormen Leistungen für die ganze Gesellschaft.
Dazu müssen die Förderprogramme für mehr Biodiversität politisch verlässlich bleiben, auch damit unsere Betriebe ihr wichtiges Standbein in der Landschaftspflege nicht verlieren. Wir sehen in der Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) in Ruhstorf und dem ökologisch bewirtschafteten Staatsgut Kringell in Hutthurm eine Vorbildfunktion für den ganzen Landkreis und begrüßen sie.
Wichtig ist uns ein Ausbau des ökologischen Landbaus. Die Regionalvermarktung lokal erzeugter landwirtschaftlicher Produkte, ökologisch und konventionell, liegt uns am Herzen, um die Landwirtschaft vor Ort zu stärken.
Wald schützen
Dem Wald kommen nicht nur in Zeiten des Klimawandels vielfältige Aufgaben zu. Er dient uns allen als grüne Lunge, schützt uns vor Hitze und Trockenheit speichert enorme Mengen klimaschädliches CO2 und wertvolles Wasser. Darüber hinaus ist er Lebensraum einer spezialisierten Pflanzen- und Tierwelt und trägt damit auch erheblich zum Schutz unserer Artenvielfalt bei.
Für uns Menschen bietet der Wald Wildnis und Erholung, er ist grüne Lunge und Sehnsuchtsort und ist wesentlicher Bestandteil unserer Heimat und Identität. Wir setzen uns deshalb dafür ein, Rohstoffabbau und Naturerhalt in eine neue
Balance zu bringen, die den Erfordernissen der fortschreitenden Erdüberhitzung und des Artenschutzes in erheblichen Maße Rechnung trägt.
Sand- und Kiesabbau soll zum Beispiel nur noch in den dafür im Regionalplan Donau-Wald vorgesehenen Flächen stattfinden. Wertvolle Waldgebiete wie in Marterberg oder Untersimboln bleiben somit erhalten.
Für ein starkes Miteinander
Jugend braucht Raum
Jugendliche brauchen Treffpunkte. Deshalb werden wir Grüne im Landkreis Passau gemeinsam mit Jugendlichen die Attraktivität öffentlicher Plätze und Räume erhöhen sowie Jugendzentren, Jugendräume und mobile Angebote schaffen oder weiter ausbauen. Lose Sportangebote und frei zugängliche Sportanlagen spielen dabei eine besondere Rolle.
Wir werden die Gründung von Kinder- und Jugendparlamenten sowie andere Formen der Jugendbeteiligung ermöglichen, um den Anliegen junger Menschen mehr Raum zu geben.
Älter werden
Das Durchschnittsalter der Menschen im Landkreis Passau nimmt stetig zu. Bis zum Jahr 2043 werden knapp 30 Prozent mehr Personen über 65 Jahre in unserem Landkreis leben. Das birgt enorme Herausforderungen für unsere Strukturen.
Wir müssen bereits heute unsere Verkehrsmittel für morgen entsprechend vorbereiten. Denkbar wäre, dass Bürgerbusse und Fahrdienste künftig für größtmögliche Mobilität im Alter sorgen. Inklusive Mehrgenerationen- Treffpunkte und ein schattiger Ortskern mit ausreichend Sitzmöglichkeiten laden zum Austausch ein.
Wir begrüßen, dass Senioren- und Inklusionsbeauftragte aktuelle Anliegen fortwährend in den Gemeinderat oder Kreistag einbringen.
Neben dem Ausbau ambulanter Pflegeangebote unterstützen wir Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. Denn auch pflegende Angehörige brauchen Zeit zum Durchatmen.
Menschen mit Behinderung
Wir Grüne wollen Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken und setzen uns für echte Barrierefreiheit im Landkreis Passau ein. Dazu fordern wir einen Barrierecheck für öffentliche Gebäude, Wege und digitale Angebote.
Viele Gemeinden haben – wie vom Behindertenbeauftragten des Landkreises empfohlen – bereits einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten eingesetzt. Doch in einigen Kommunen besteht weiterhin Handlungsbedarf. Deshalb
appellieren wir, ehrenamtliche Behindertenbeauftragte zu benennen. Sie können Barrieren sichtbar machen und Verbesserungen vorantreiben. Außerdem sind sie wichtige Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung und können als Lotsen wirken. Unser Ziel ist ein Landkreis, in dem alle Menschen unabhängig von Einschränkungen selbst bestimmt leben und gleichberechtigt teilhaben können.
Beteiligung stärkt Kommunen
Je besser Sie sich vor Ort einbringen können, umso besser werden die Entscheidungen für Ihren Ort. Davon sind wir überzeugt und deshalb binden wir Sie stärker in politische Entscheidungen ein. Wir informieren frühzeitig über anstehende Projekte, berufen Bürgerversammlungen ein, gewähren wo immer möglich Einblick in die Verwaltungs- und Ratsarbeit und ermutigen zu Rückmeldungen.
Wir Grüne treten dafür ein, dass Kreistagssitzungen im Landkreis Passau künftig auch online zugänglich sind. Das erhöht die Transparenz politischer Entscheidungen und ermöglicht allen Bürger*innen eine einfachere Teilhabe am
demokratischen Prozess. Zudem soll der Landkreis darauf hinwirken, dass auch in den Kommunen die Gemeinderatssitzungen digital zugänglich sind.
Um nachhaltig und zukunftsorientiert entscheiden zu können, brauchen Landkreis und Kommunen Klarheit darüber, wie sozial und ökologisch sie tatsächlich handeln. Wir setzen uns darum für sogenannte Gemeinwohlbilanzen ein, die Landkreis, Kommunen und kommunale Betriebe jährlich erstellen und veröffentlichen sollen. Die Berichte werden allen Bürger*innen online zur Verfügung gestellt.
Gerade Kinder und Jugendliche sollen ihre Wünsche äußern können. Wir stärken daher Einrichtungen wie das Demokratiemobil, die einen einfachen Austausch ermöglichen.
Alle gehören dazu
Alle Menschen sollen an unserer Gesellschaft teilhaben können. Wir setzen uns dafür ein, soziale Unterschiede auszugleichen, Barrieren abzubauen und ein gleichberechtigtes Miteinander zu ermöglichen.
Eine Sozialrechtsberatung und gezielte Unterstützungsangebote sind für uns entscheidend. Zur Stärkung unserer Wirtschaft fördern wir eine schnelle Integration und Arbeitsaufnahme.
Die Basis für gute Entscheidungen liegt darin, die Ausgangslage zu kennen. Wir erstellen daher regelmäßig einen Armutsbericht, einen Bericht zur Barrierefreiheit sowie ein Übersicht, welche Angebote angenommen werden.