• Der Cellerar des Klosters Schweiklberg, Bruder Clemens, steht oberhalb von Hattenham gestern Nachmittag auf der Fläche, auf der in einigen Jahren Kies abgebaut werden könnte. Er ist überzeugt: "Der Wald wird nach der Renaturierung besser sein als heute." -Foto: Rücker

Warum der Kiesabbau, Bruder Clemens?

Mit dem Cellerar des Klosters Schweiklberg im Marterberger Wald unterwegs – Kritik hält an

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12. Apr. 2021 –

Der Protest gegen den geplanten Kiesabbau in einem Waldstück zwischen Sandbach und Marterberg will nicht verstummen. Im Gegenteil. Manchem Kritiker geht es nicht allein um die 9 Hektar, die zur Diskussion stehen, sondern ums Grundsätzliche: Erhalt der Schöpfung, Profitgier, Flächenfraß, Naturzerstörung.

Das sind Argumente, die den Cellerar des Klosters, Bruder Clemens, ärgern. "Es ist unfair, uns alles Mögliche zu unterstellen", sagt der 55-Jährige, der sich seit Mai 2018 um die wirtschaftlichen Belange des Klosters kümmert. Der Vorwurf der Profitgier trifft ihn hart. "Das ist nicht in Ordnung. Das Kloster erhält keine Mittel aus der Kirchensteuer, sondern muss sich wirtschaftlich selber fortbringen." Der Pachtvertrag mit dem Unternehmen Groß sieht vor, dass das Kloster an jedem Kubikmeter abgebautem Kies beteiligt wird – notwendige Einnahmen.

Während er das sagt, steht er auf der Fläche, die für den Kiesabbau in Frage kommt. Sie ist 90000 Quadratmeter groß, das sind 300 x 300 Meter, was der Größe von zwölf Fußballfeldern entspricht. "Sturm und der Borkenkäfer haben dem Wald hier zugesetzt", erzählt Bruder Clemens beim Abschreiten der Fläche. Der verbliebene Fichtenwald zur Donau hinunter solle als "Puffer" erhalten bleiben. Bruder Clemens wehrt sich auch gegen den Vorwurf der Naturzerstörung. "Ich bin davon überzeugt, dass der Wald nach der Renaturierung nicht nur schöner, sondern auch ökologisch wertvoller sein wird", sagt Bruder Clemens. Als 14-Jähriger hat er in einem Kieswerk seines Onkels in der Oberpfalz Bäume gepflanzt. "Daraus ist ein wunderschönes Stück Landschaft geworden."

Bruder Clemens zeigt Verständnis für die Kritik von Anliegern und Naturschützern. "Ich sehe das aber weniger emotional." Er habe kein schlechtes Gewissen. "Jede normale Landwirtschaft ist ein Eingriff in die Natur. Das wird toleriert, weil wir Lebensmittel brauchen", argumentiert der Cellerar. "Will ich Häuser, Straßen oder einen Hochwasserschutz, brauche ich Kies." Der Eingriff in die Landschaft könne an der Stelle gering gehalten werden, da der Kies sehr konzentriert vorhanden sei. Über 1,5 Mio. Kubikmeter Frostschutzkies werden auf der Fläche vermutet – vom heutigen Bedarf ausgehend eine Abbau-Perspektive von 20 Jahren für das Unternehmen.

Bund Naturschutz und Grüne hatten Bruder Clemens um ein klärendes Gespräch gebeten. "Das habe ich zugesagt." Stattfinden könne es aber erst, wenn man sich wieder zu mehreren Personen im Klostercafé treffen dürfe. Wann das ist? Bruder Clemens zuckt mit den Schultern. Eins macht er jedoch klar: Es bestehe keine Absicht, von den Plänen abzurücken. Währenddessen arbeitet Karl-Heinz Groß (63) an den Plänen. "Es gibt viel zu berücksichtigen", sagt er. "Naturschutz, Wasserrecht, technischer Umweltschutz, Geologie, Biologie." Er lacht. "Zumindest wissen wir schon, dass hier keine Haselmaus vorkommt." Ein solches Vorkommen hatte für Wirbel beim Bau der Umfahrung Vilshofen gesorgt. Karl-Heinz Groß will sich nicht festlegen, wann es losgeht. "In ein bis fünf Jahren."

Quelle: Passauer Neue Presse vom 09.04.2021
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