• Schon lange wird über einen Fahrradweg zwischen den Ortsteilen der Gemeinde Neuburg und Passau geredet, geschehen ist nichts. Sechs Neuburger Gemeinderäte hatten das Warten satt – sie sind aktiv geworden und haben selbst ein Konzept entwickelt. Nur auf einem knapp einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Einfahrt Brummer und Schmelzing (Bild) wäre demnach ein echter Neubau eines Radwegs erforderlich. -Foto: Hallitzky

So könnte der Radweg nach Passau verlaufen

Sechs Neuburger Gemeinderäte legen Konzept für Radverbindung von Neuburg nach Kohlbruck vor

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11. Jan. 2021 –

Die Forderung nach einem Radweg vom Passauer Stadtteil Kohlbruck ins nahe Neuburg am Inn gibt es schon eine ganze Weile – außer Gesprächen ist noch nicht viel passiert. Nun hat das Warten sechs Gemeinderäten aus dem Neuburger Gemeinderat zu lange gedauert: Sie haben selbst ein Konzept für eine Radverbindung ausgearbeitet. "Die Zeit der ewigen Vertröstung muss endlich ein Ende haben." Darin ist sich die Gruppe von Neuburger Gemeinderäten – drei Grüne, zwei Mitglieder von ÖDP/Bündnis Bannwald und ein SPD-Mitglied – einig. Eike Hallitzky von den Grünen bekräftigt in der Pressemitteilung: "Wir wollen, dass endlich etwas geschieht. Eine Radverbindung zwischen Passau und den Ortsteilen der Gemeinde Neuburg muss möglichst umweltschonend sein und sie muss ohne ewiges Hin und Her machbar sein."

Die Neuburger Gemeinderäte schlagen vor, dass entlang der Staatsstraße 2618 von Passau-Kohlbruck über die Autobahnausfahrt hinaus bis zur Abzweigung Pfenningbacher Straße (Neukirchen/Pfenningbach) in beide Fahrtrichtungen ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer angelegt und die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 70 km/h festgelegt wird "Schutzstreifen heißt, dass durch eine gestrichelte Linie auf der Fahrbahn die Fahrradfahrer gegenüber dem Autoverkehr besonders geschützt sind", erklärt Peter Prinz-Hufnagel (ÖDP/ Bannwald).

 

Ihnen sei dabei durchaus bewusst, dass die Ausweisung eines Schutzstreifens außerhalb geschlossener Ortschaften bisher eher unüblich ist. Joachim Eder (SPD) betont jedoch: "Die Ausweisung hätte gegenüber dem Bau eines eigenen Radwegs entlang der rund neun Meter breiten Staatsstraße nicht nur den Vorteil einer schnellen Umsetzbarkeit, sondern sie kommt auch ohne weiteren Landschaftsverbrauch aus."

Die Neuburger fordern zudem , dass die Stadt Passau entlang der Neuburger Straße in beide Fahrtrichtungen durchgängige und vernünftig nutzbare Fahrradwege anlegen müsse. "Breit genug ist es da, was bisher fehlt, ist die politische Initiative. Vielleicht liegt es ja daran, dass der wenig radaffine Bundesverkehrsminister Mitglied des Passauer Stadtrats ist", spöttelt Hallitzky.

Anstatt über die Staatsstraße 2110 wollen die Gemeinderäte den Fahrradverkehr nach Dommelstadl vom Parkplatz links nach der Ampel über den Waldweg am Funkturm vorbei und über das Paradiesstraßl bis zur Einfahrt Brummer lenken. Inwieweit es erforderlich ist, wegen der aus Passau kommenden notwendigen Querung der Staatsstraße 2618 auf den knapp 200 Metern zwischen Ampel und Parkplatz einen kurzen Radweg als Verbindung anzulegen und die Ampel auch als Fußgängerbedarfsampel zu ertüchtigen, müsse das Straßenbauamt entscheiden.

Asphaltiert werden müsste hier allerdings die Auffahrt vom Parkplatz zum Funkturm. Dorothee Hartmann von den Grünen sagt, dass diese Auffahrt der einzig steile Abschnitt des Wegs sei, zudem gebe es hier durch Witterungseinflüsse immer wieder starke Schäden im Waldweg.

Unproblematisch sei hingegen der weitere Verlauf bis zur Einfahrt Brummer. Christine Walter (ÖDP/Bannwald) erklärt: "Im Gegensatz zur Staatsstraße 2110 verläuft der Radweg zwischen Funkturm und Einfahrt Brummer brettleben. Und es braucht hier keine massiven Eingriffe in den Wald, wie das bei einem neuen Radweg entlang der Staatsstraße 2110 erforderlich wäre."

Neu angelegt werden müsse hingegen ein Radweg entlang der Staatsstraße 2110 auf dem knappen Kilometer zwischen der Einfahrt Brummer und dem bereits bestehenden Radweg bei Schmelzing, so Hans Eibl (Grüne). Um den Eingriff in den Waldrand zu minimieren, sollte für den Radweg der Böschungsabschnitt westlich der Straße angeschüttet werden. Weil der Radweg dadurch nahe der Fahrbahn verlaufen würde, müsste er zudem durch massive Leitplanken gesichert werden. "Unsere Vorschläge sind schnell umsetzbar, preiswert zu errichten und zudem maximal schonend für die Natur des Neuburger Walds", preisen die Gemeinderäte ihre Idee an.

Im November vergangenen Jahres hatte Verwaltungsmitarbeiter Peter Ranzinger in einer Verkehrsausschusssitzung erklärt, dass vermutlich 2021 eine Verbindung von Dommelstadl durch den Neuburger Wald realisiert werden könne, wofür Waldwege herangezogen würden. Diese können für die Radnutzung mit Hilfe einer Förderung auf voller Breite asphaltiert werden, wie der Klimaschutzbeauftragte wusste.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 08.01.2021
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