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  • Erhard Grundl für Niederbayern im Bundestag. Kulturpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion.
    Erhard Grundl für Niederbayern im Bundestag. Kulturpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion.

Seehofers Heimat-Begriff ist ausschließend

Niederbayerns MdB Erhard Grundl kritisiert Horst Seehofers Gastbeitrag in der „Welt“

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26. Sep. 2018 –

Zum heutigen Gastbeitrag von Bundesinnenminister Horst Seehofer in der „Welt“ mit dem Titel „Heimatliebe integriert“ erklärt der Kulturpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Erhard Grundl MdB:

"Heimatliebe integriert" überschreibt Horst Seehofer seinen Artikel, um sich gleich im zweiten Absatz zu widersprechen. Denn dort ist die Rede von der Einzigartigkeit deutscher Heimatliebe. "Keine andere Sprache oder Kultur kennt etwas Vergleichbares", glaubt der Heimatminister und stellt die "enge emotionale Bindung an unsere Herkunft" über die aller anderen Nationalitäten. In Amerika würde man von der German Heimat sprechen, meint Seehofer. Allerdings spricht man dort noch viel häufiger von der German Angst! Wer einen Satz wie die „Mutter aller Probleme ist die Migration“ prägt, der ist ungeeignet „Heimat“ positiv zu transportieren, der schürt eine diffuse Angst vor Fremden. Der integriert nicht, sondern schließt aus.

Dass Deutschland ein Ort starker Heimatgefühle erklärt der Minister mit einer repräsentativen Umfrage, wonach acht von zehn Befragten den Begriff "Heimat" für wichtig bzw. sehr wichtig erachten. Was Seehofer verschweigt: Die Umfrage fragt auch danach, was für die Befragten Heimat ist. Die meisten Menschen - über 50 Prozent - verbinden den Begriff Heimat mit Familie und Freunden. Es ist schon gewagt zu behaupten, dass Familienbindung eine speziell deutsche Eigenheit ist.

Wer aber gleichzeitig den Familiennachzug für Geflüchtete mit subsidärem Schutzstatus ablehnt und von Menschen auf der Flucht, die ihre Familien in Gefahr wissen, erwartet, dass sie Deutschland als Heimat betrachten und sich integrieren, erwartet das Unmögliche. Aufgabe eines Heimatministers wäre es in Zeiten von Globalisierung, Migration und Digitalisierung dem Gefühl oder dem realen Abgehängtsein wirkungsvoll zu begegnen, die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur zu stärken und so Halt und Zugehörigkeit zu schaffen. Heimat kann verloren gehen und neu gefunden werden, dann, wenn der Heimatbegriff integrierend wirkt, wenn Heimat ein Ort ist, an dem Verschiedenheit gelebt und respektiert wird.

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