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  • Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht: Offener Brief an Landrat Franz Meyer zum geplanten Podium
    Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht: Offener Brief an Landrat Franz Meyer zum geplanten Podium

Podium unemanzipiert und antisemitisch?

Frauenwahlrecht: Offener Brief an Landrat zu Podiums-Gästen

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31. Jan. 2019 –

 

An

Landrat
Franz Meyer
Domplatz 11
94032 Passau

Offener Brief

Ausstellung: Mit Macht zur Wahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht

Lieber Franz Meyer, sehr geehrter Herr Landrat,

die Passauer Landkreis-Grünen freuen sich sehr, dass das Landratsamt Passau die Ausstellung des Frauenmuseums Bonn „Mit Macht zur Wahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ präsentiert. Ein ganz herzliches Dankeschön insbesondere an die Gleichstellungs-Stelle im Landratsamt, die das organisiert hat.

Die Ausstellung soll und wird Debatten anregen.

Mancher und manche wird sich vielleicht die Frage stellen: „Wie kann es sein, dass 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts im Bayerischen Landtag bei der CSU nur jedes fünfte Mitglied eine Frau ist?“ Das Frauenwahlrecht hat ja unter anderem den Sinn, dass nicht nur Männer sondern auch Frauen und zwar möglichst entsprechend ihres Anteils an der Gesellschaft – also repräsentativ und damit mit der Hälfte – unsere Welt mitgestalten.

Wir Männer wissen doch, wie hartnäckig lange sich unser Geschlecht irrt. Die seit Jahrzehnten autofixierte Verkehrspolitik im Kreis, Land und Bund ist ein Beispiel. Diese Politik wäre niemals möglich gewesen, hätten wir Männer Frauen nicht systematisch von der Macht ferngehalten: von Referatsleiter-, Abteilungsleiter-, Staatssekretärs- und Ministerposten.

Vielleicht zählt zu diesen Irrtümern auch die Besetzung des Podiums der Eröffnungsveranstaltung. Der einzige Vertreter für die Männer: Ihr Parteifreund Walter Taubeneder. Ich wusste gar nicht, dass sich dieser in Sachen Emanzipation und Gleichberechtigung besondere Qualifikationen erworben hat.
Warum sitzt auf dem Podium nicht ein Mann einer anderen Partei, der SPD oder etwa der Grünen, die Frauen in der Politik garantiert besser beteiligen wollen unter anderem mit dem Paritätsgesetz: „Macht zu gleichen Teilen“.

Möglicherweise wird die Ausstellungseröffnung auch eine andere Debatte anregen.

Die von Ihnen geladene Kabarettistin Lisa Fitz provoziert mit einem Song den Vorwurf, antisemitische Ressentiments zu schüren. Sie erwähnt Namen jüdischer Familien im Zusammenhang mit einer Verschwörungstheorie. Eine alte Masche der Nazis. Auf Kritik antwortet sie: „Ich will das Recht haben, auch jüdische Familien der Hochfinanz zu kritisieren, wenn sie sich falsch verhalten.“ Dieses Recht hat jeder. Nur: In einer Zeit, in der Hass und Hetze gegen Menschen zunehmen, die jüdischen Glaubens sind, – leider auch in Bayern – scheinen mir der Song und die Reaktion von Frau Fitz alles andere als klug zu sein.

Ich hoffe, es bleibt Ihnen trotz Ihres Gasts erspart, sich am Rande oder während der Ausstellungseröffnung zu Antisemitismus-Vorwürfen äußern zu müssen.

Die Gleichstellungsbeauftragte hat in einer E-Mail darum gebeten, dass unter anderem interessierte Verbände für die Ausstellung werben sollen. Dem kommt mein Grüner Kreisverband gerne nach.

Wir werben auf unserer Website und über unsere Newsletter für die Ausstellung in Hauzenberg, Pocking und Vilshofen. Einen Screenshot habe ich angehängt.

Wir wünschen der Ausstellung, dass diese die Frauen unseres Landkreises ermuntert, die Hälfte der Macht zu erobern. Und uns Männer darin bestärkt, uns mit der Hälfte der Macht zu begnügen. Und wenn wir das nicht freiwillig können, müssten wir vielleicht mal überlegen, ob wir uns nicht dazu zwingen sollten. Wir Grüne etwa haben eine Frauenquote. Mit großem Erfolg.

Mit herzlichen Grüßen
Dirk Wildt

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