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Bündnis 90/Die Grünen

im Passauer Land

  • Anpacken müssen die Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen die Herausforderungen der nächsten Jahre. In einer Klausurtagung soll nun die Weichenstellung bis 2025 besprochen werden. - Fotos: dpa/Archiv Jäger

Lebenserhaltende Maßnahmen für die Krankenhäuser

Grüne wollen Kooperation mit dem Klinikum Passau forcieren – Landrat beruft Klausurtagung ein, um ein Zukunftskonzept zu entwerfen

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12. Jan. 2018 –

Die Grünen im Kreistag sorgen sich um die Zukunft der Kreis-Krankenhäuser, die zuletzt ein jährliches Defizit von 1,7 Millionen Euro schrieben. Die Fraktion um Sprecher Eike Hallitzky fordert nun eine verstärkte Kooperation mit dem Klinikum Passau, um die eigenen Häuser abzusichern. Eine Idee, die beide Geschäftsführungen verhalten kommentieren. Die Frage, wie sich die Landkreis-Krankenhäuser in Zukunft aufstellen müssen, verlangt jedoch eine Antwort. Und die werde nun auch gesucht, wie der Landrat ankündigt.

Die Grünen sorgen sich vor allem um die Finanzen: "Weil die Entwicklung der Fallkostenpauschalen nicht Schritt halten mit der tatsächlichen Kostenentwicklung, nimmt der finanzielle Druck auf die drei Kreiskrankenhäuser immer mehr zu", schreibt Fraktionschef Eike Hallitzky in einer Pressemitteilung. Das Problem sei nicht hausgemacht, betont er: "Hohes medizinisches Niveau und schwarze Zahlen zusammenzubringen, gelingt immer weniger kleineren Krankenhäusern. Die Fallkostenpauschalen sind dafür zu niedrig, die Zuschüsse des Freistaates zu gering", kritisiert er.

Seine Fraktion sieht "eine große Chance in einer verstärkten Kooperation mit dem Klinikum Passau", heißt es in der Mitteilung. "Bisher nehmen wir dort eher ein bloßes Nebeneinander wahr als den ernsthaften Willen zur Zusammenarbeit", schreiben die Grünen. Hallitzky sagt daher: "Wir fordern beide Seiten auf, sich endlich – von gleich zu gleich – aufeinander zuzubewegen. Die gemeinsame Region Passau kann auf Dauer nur erfolgreich bleiben, wenn diese Gemeinsamkeit von beiden Seiten echt gelebt wird! Hier haben Stadt und Landkreis noch einigen Nachholbedarf."
In der Geschäftsführung der Landkreis-Krankenhäuser sieht man das anders. Man kooperiere ja längst, sagt Geschäftsführer Herbert-M. Pichler: Das betreffe "alle denkbaren medizinischen Bereiche", sei es Neurologie, Chirurgie oder Innere Medizin. "Die Kooperation mit Passau und auch mit Deggendorf wird ganz klar gelebt – auf medizinischer Ebene", unterstreicht Pichler.

Die Beziehungen seien gut. Es habe auch einen Gedankenaustausch gegeben, in welchen Bereichen man noch kooperieren könne, zum Beispiel bei der Personalfindung, sei sich aber einig: "Im großen Stil wird es das nicht geben." Der Versorgungsauftrag eines Krankenhauses sei im Stadtgebiet anders geartet als in der Fläche, sagt Pichler. "Das kann keiner dem anderen abnehmen. Und das will man auch nicht."

Im Klinikum Passau schätzt man dies ähnlich ein: "Bei der Versorgung der Patienten gibt es Überschneidungen, aber auch Unterschiede. So ist das Klinikum Passau als Schwerpunktkrankenhaus auch für die überörtliche Versorgung verantwortlich, dies gilt insbesondere für die herzchirurgische und die onkologische Behandlung. Darüber hinaus kommen viele Notfall-Patienten. Auch beim medizinischen Fachpersonal gibt es einen gewissen Austausch zwischen den Häusern: In der Vergangenheit ist eine Reihe von Ärzten, die am Klinikum Passau ausgebildet wurden, zu den Kliniken im Landkreis gewechselt", beschreibt Werkleiter Stefan Nowack das Miteinander, das ein gutes sei: "Es gibt auf Basis der Geschäftsführung Kontakte, die freundschaftlich und unkompliziert sind." Eine Zusammenarbeit im Sinne einer konkreten Abstimmung gebe es bis dato nicht. "Das heißt aber nicht, dass dies auch in Zukunft so bleiben muss. Für Gespräche sind wir offen."
Gespräche stehen auch für die Führung der Landkreis-Krankenhäuser an – allerdings zunächst mit dem Landrat, den Spitzen der Kreistagsfraktionen sowie dem Verwaltungsrat. Es gelte nun, die Weichen für die Zukunft zu stellen, macht Landrat Franz Meyer deutlich: "Wir müssen die Ausrichtung der Krankenhauslandschaft bis zum Jahr 2025 betrachten." Er habe für diesen Monat zur Klausur eingeladen, um dieses Thema zu bearbeiten. An einigen Grundüberzeugungen will er aber nicht rütteln lassen: "Wir stehen zu all unseren Häusern und zu unseren Ausbildungsstätten." Auch an der tariflichen Entlohnung der Mitarbeiter will er festhalten, auch wenn "die Lohnsteigerungen nicht durch das aufgefangen werden, was wir bekommen". Hier sei die Bundespolitik gefordert, zusammen mit den Krankenkassen gerade die Landkrankenhäuser zu entlasten.

Meyer will bei der Tagung auch anstehende Baumaßnahmen besprechen. Am 19. April soll der Spatenstich für die neue Krankenpflegeschule in Rotthalmünster erfolgen. Das Projekt hat laut Meyer ein Kostenvolumen von sieben Millionen Euro – und wird nicht das letzte sein: "Die Krankenhäuser in Vilshofen, Wegscheid und Rotthalmünster und die Rheumaklinik in Bad Füssing müssen in der Ausstattung immer vorne sein, denn sie stehen auch im Wettbewerb."

Quelle: Passauer Neue Presse vom 12.01.2018

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