• Noch ist dieser Teil der südlichen Donauhänge unberührt von Industrie und Lkw-Verkehr: "Die Pläne sähen hier die Erschließung über Terrassierungen mit jeweils bis zu sieben Metern Höhenunterschied vor", so die Kreis-Grünen
    Noch ist dieser Teil der südlichen Donauhänge unberührt von Industrie und Lkw-Verkehr: "Die Pläne sähen hier die Erschließung über Terrassierungen mit jeweils bis zu sieben Metern Höhenunterschied vor", so die Kreis-Grünen. -Foto: VA

Kiesabbau: Kreisgrüne untermauern Kritik

Widerspruchsfrist gegen Gewerbegebiet Oberfeld II ist ausgelaufen – Hoffen auf umfassende Prüfung

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12. Mai. 2021 –

"Es steht zu hoffen, dass viele Bürger*innen und Institutionen von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, ihre Bedenken gegen das Gewerbegebiet Oberfeld II schriftlich bei der Stadt Vilshofen darzulegen", so die Kreis-Grünen in einer Pressemitteilung am Wochenende. Die öffentliche Auslegungsfrist zur Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes endete letzten Donnerstag, 6. Mai.
Stefanie Auer, Direktkandidatin der Grünen für den Bundestag, sieht das Vorhaben kritisch: "Die südlichen Donauhänge zwischen Vilshofen und Seestetten sind ein wichtiger Teil unserer niederbayerischen Kulturlandschaft – hier ist ein Gewerbegebiet fehl am Platz". Am Sonntag vor einer Woche hatte sich Stefanie Auer vor den rund 150 Teilnehmern der Kundgebung "Wald statt Kies" in Sandbach für mehr Klima- und Waldschutz am Marterberg stark gemacht, die geplante Ausweisung des Gewerbegebietes in einem - laut Flächennutzungsplan der Stadt Vilshofen - "besonders wertvollen Landschaftsteil" deutlich bemängelt und Ihre Kritik ausführlich begründet.
Frederic-Sascha Müller, Vorstandsmitglied der Landkreis-Grünen, rückt Fakten in den Mittelpunkt: "Sowohl der Stadt Vilshofen, als auch der Bevölkerung ist bekannt, dass ein erheblicher Anteil der Fläche des geplanten Gewerbegebiets bereits durch einen Kiesunternehmer erworben wurde. Deshalb", so wird Frederic-Sascha Müller in der Pressemitteilung zitiert, "müssen folgerichtig auch dadurch zu erwartende, zusätzliche Belastungen durch das Gewerbegebiet wie ein erheblicher Wasserverbrauch und große Mengen an Schmutzwasser, welche infolge der Verarbeitung von Kies entstehen, bei der Genehmigung dringend mit berücksichtigt werden." Die Stadt müsse erklären, aus welcher Quelle die erheblichen Mengen von Wasser zum Waschen von Kies entnommen werden sollen, was mit den dauerhaft erheblichen Mengen an Schmutzwasser geschehen solle – und wie man das weniger als 100 Meter talwärts in der Donau gelegene Schutzgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten (FFH-Gebiet), welches zudem eines der wenigen Vogelschutzgebiete in Bayern ist, vor den schmutzigen Wassermengen und allen weiteren schädlichen Auswirkungen des geplanten Gewerbegebietes zu schützen gedenke.

"Durch den Austausch mit vielen Betroffenen vor Ort wurde deutlich, dass es viele, gut fundierte Gründe gegen die Ausweisung des Gewerbegebiets gibt", so die Landkreis-Grünen. Aufgrund der großen Resonanz und der vielfältigen Gefährdungen zahlreicher, wichtiger Schutzgüter durch das geplante Gewerbegebiet, erhofften sich die Beteiligten eine umfassende Prüfung des Vorhabens im Sinne der Menschen vor Ort. Frederic-Sascha Müller und Stefanie Auer sind sich einig: "Damit Vilshofen und ganz Niederbayern, ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort bleibt, brauchen wir Gewerbegebiete. Aber neue Gewerbegebiete dürfen nicht im großen Maßstab Natur und Landschaft vernichten."

Quelle: Passauer Neue Presse vom 09.05.2021
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