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Bündnis 90/Die Grünen

Landkreis Passau

  • Aufstellungsversammlung Kommunalwahl 2020 Grüne Passau-Land
    Kämpferische Rede: Veronika Fischl (4.v.l.) führt als Landrats- und Spitzenkandidatin die Grünen im Landkreis und ihre Kreistagskandidaten Dirk Wildt (von links), Brigitte Steidele, Eike Hallitzky, Robert Steinbacher, Halo Saibold, Frederic "Sascha" Müller und Astrid Gelaudemans in den Kommunalwahlkampf. -Foto: Wildfeuer

Grüne im Landkreis wollen Veronika Fischl als Landrätin

Aufstellungsversammlung nimmt Liste der Kreistagskandidaten an – Alle ungeraden Listenplätze gehören Frauen

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05. Dez. 2019 –

Veronika Fischl aus Vilshofen schickt der Kreisverband Passau-Land von Bündnis 90/Die Grünen als Landratskandidatin in das Rennen bei der Kommunalwahl am 15. März 2020. Mit 92,3 Prozent nominierte die Aufstellungsversammlung in Tiefenbach die 32-Jährige. Nach mehreren Wahlgängen stellte sie auch eine paritätische Liste der Kreistagskandidaten auf. Zuvor wählte die Versammlung die Bewerber der Plätze eins bis acht einzeln und geheim. Frederic "Sascha" Müller aus Salzweg setzte sich auf Listenplatz vier durch, der sich mit Dirk Wildt aus Neuburg am Inn und Robert Steinbauer aus Aldersbach dafür beworben hatte, die auf Platz sechs bzw. acht rutschten. In zwei geheimen Blockabstimmungen goutierten die Wahlberechtigten die Reihung der Plätze neun bis 35 sowie 36 bis 70 mit großer Mehrheit.
Es gelte, die Weichen für die Zukunft und für die nächsten Generationen zu stellen, sagte Spitzenkandidatin Veronika Fischl in einer kämpferischen Rede. Sie wolle das Passauer Land voranbringen. Klimaschutz, nachhaltige Landwirtschaft und Miteinander seien ihre Anliegen. Sie werde zu den Bürgern gehen und mit ihnen reden, egal welche Religion, Hautfarbe, sexuelle Orientierung und welchen Beruf sie haben. Sie wolle jeweils einen Tag in verschiedenen Betrieben mitarbeiten, etwa in der Bio-Bäckerei, um etwas über die Anliegen, Ängste und Probleme der Menschen zu erfahren. Sie wolle in jede Ecke des Landkreises fahren, gehen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, kündigte Fischl an. Der ÖPNV sei wichtiges Thema. Es gehe um den Ausbau von Rad- und Fußwegen, Verkehrsverbünde mit der Stadt Passau und dem Landkreis Freyung-Grafenau, den Regelbetrieb der Ilztalbahn, eine bessere Taktung der Busse. Der Autoverkehr verursache immer mehr CO2-Emissionen im Landkreis. Es müsse möglich sein, sich ohne Auto auch am Wochenende jede Stunde von A nach B zu bewegen. Sie trat für günstige ÖPNV-Tickets und sichere Schulwege ein, setzte auf E- und Wasserstoffmobilität.

Wichtig seien ihr zudem die Integration von Flüchtlingen, die Sprachunterricht, Wohnraum, Arbeits- und Ausbildungsplätze benötigten, sowie die Unterstützung der Helferkreise und Kulturprojekte.

 

Sie machte sich für Gleichberechtigung stark. Frauen sollten Familie, Beruf, Politik und Ehrenamt vereinbaren können. Es brauche genug Betreuungsplätze. Fischl betonte den Tierschutz, das Wahlrecht für Jugendliche ab 16 Jahren und die Seniorenarbeit. Sie mahnte barrierefreie Ortskerne mit Verweilqualität an, sagte Nein zur Bannwaldrodung für die Expansion der Firma Brummer. Die Zuhörer goutierten dies mit stürmischem Applaus.
Unter der Leitung von Jona Hallitzky wählte die Versammlung Veronika Fischl mit 36 der insgesamt 39 gültigen Stimmen als Landratskandidatin.
Veronika Fischl führt mit 38 Ja-Stimmen die Kreistagsliste der Grünen an, gefolgt von Gemeinderat und Grünen-Landeschef Eike Hallitzky, der die Wurzeln der Grünen betonte, die als Protestpartei für Frieden, Frauenrechte und den Schutz der Lebensgrundlagen antrat und heute Unterstützung von breiten Teilen der Bevölkerung erhalte, was das Artenschutz-Volksbegehren zeige. Er kritisierte, dass der Landkreis die Potenzialanalyse für die Ilztalbahn mit vielen Wenn und Aber befürwortete, so dass "es nicht verbindlich ist" und mit dem Aktionsplan für einen nachhaltigen Landkreis "nichts gewonnen ist für einen ökologischen Fußabdruck". Die Grünen setzten dagegen, dass alle Investitionen einem Nachhaltigkeits-Check zu unterziehen sind, in Neubaugebieten PV-Anlagen vorgeschrieben und Schottergärten verboten sind. Er sagte Ja zur Windkraft, zur Ilztal- und Granitbahn, zu mehr ÖPNV, einem Radverkehrsnetz, zum Schutz der Wälder sowie Nein zur Bannwaldrodung. Ziel sei ein klimaneutraler Landkreis. Er vereinte 39 von 40 gültigen Stimmen auf sich.
Platz drei gehört Stadträtin Brigitte Steidele aus Bad Füssing, die für soziales Miteinander, Weltoffenheit, Toleranz, ökologisch verantwortliche Politik, für Flächen sparen und mehr Lärmschutz an der A 94 ist. 39 mal Ja war ihr sicher.
Auf Platz vier bewarb sich Frederic "Sascha" Müller aus Salzweg, dem grüne Sozialpolitik, Artenvielfalt, bürgerfreundlicher Verkehr, vernetzter ÖPNV und Radwege wichtig sind. Kreisrat, Kreis- und Bezirkskassier Robert Steinbauer aus Aldersbach betonte die Finanzen. Kreischef Dirk Wildt aus Neuhaus will sich für eine lebenswerte Umwelt, den Stopp der Erderhitzung, eine starke Demokratie und gegen die Bannwaldrodung starkmachen. Alle drei Kandidaten erfüllten das Quorum von 21 Stimmen nicht. Am Ende setzte sich Müller durch.
Sie habe das Gefühl, dass grüne Themen endlich unten ankommen, sagte Kreisrätin und Grünen-Mitbegründerin Halo Saibold aus Aldersbach, die sich auf Platz fünf bewarb. Sie zeigte Erfolge in Sachen Tempolimit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf und überzeugte 32 Wahlberechtigte. Dirk Wildt schaffte es nach zwei Wahlgängen mit 21 Stimmen auf Platz sechs. Astrid Gelaudemans aus Salzweg, die nachhaltige Bildung anmahnte, verteidigte Platz sieben mit 36 Ja-Stimmen und Robert Steinbauer kam mit 40 Ja-Stimmen auf Platz acht.
Mit jeweils 100 Prozent nahm die Versammlung in zwei Blockabstimmungen die Listenvorschläge neun bis 35 und 36 bis 70 sowie die Gesamtliste und die Nachrücker Emmi Hofbrückl aus Vilshofen und Kurt Thiel aus Salzweg an.
Bezirksvorsitzende und Bezirksrätin Mia Goller freute sich über viele neue grüne Mitglieder in Niederbayern und Neugründungen von Kreisverbänden. Sie thematisierte die Existenzängste, die junge Menschen aber auch Landwirte angesichts der Auflagen umtreiben. Es gelte zu vermitteln, wie wichtig Öko-Landbau ist.
Viele grüne Themen ließen sich an der Landkreisgrenze nicht stoppen, sagte das grüne Passauer Spitzenduo Steffi Auer und Matthias Weigl, die das Frauenhaus stärken und Verkehrsverbünde zwischen Stadt und Kreis schaffen wollen. Auch Sina Raab und Max Retzer von der Grünen Jugend präsentierten ihre Themen, wie ökologische Landwirtschaft, Bildung und Europa.

DIE LISTE 1. Veronika Fischl, Vilshofen; 2. Eike Hallitzky, Neuburg am Inn; 3. Brigitte Steidele, Bad Füssing; 4. Frederic Sascha Müller, Salzweg; 5. Halo Saibold, Aldersbach; 6. Dirk Wildt, Neuhaus am Inn; 7. Astrid Gelaudemans, Salzweg; 8. Robert Steinbauer, Aldersbach; 9. Jutta Koller, Hauzenberg; 10. Timm Schulze, Ortenburg; 11. Susanne Mayerhofer, Tiefenbach; 12. Andreas Meindl, Pocking; 13. Christina Roßgoderer, Tiefenbach
14. Dr. Winfried Leisgang, Bad Griesbach; 15. Alexandra Scharinger, Tiefenbach; 16. Michael Seidel, Hauzenberg; 17. Franziska Kalleder, Bad Füssing; 18. Christian Domes, Salzweg; 19. Susanne Brandhuber, Pocking; 20. Josef Wandl, Untergriesbach; 21. Anette Kapfhammer, Hutthurm; 22. Florian Schätzl, Wegscheid; 23. Roswitha Auer-Köbele, Pocking; 24. Sebastian Förg, Kirchham; 25. Lisa Geiger, Tiefenbach; 26. Ralf Albert Franz, Ortenburg; 27. Evi Pöppl, Aidenbach; 28. Frank Saibold, Aidenbach; 29. Dr. Helgard Reichhold-Riehm, Bad Füssing; 30. Helmut Huber, Aldersbach; 31. Marianne Winter, Hauzenberg; 32. Marc Kuhnt, Neuburg am Inn; 33. Franziska Seebauer, Fürstenzell; 34. Heinrich Killersreiter, Obernzell; 35. Eva Leisgang, Bad Griesbach; 36. Heinz Duschl, Tittling; 37. Elisabeth Sanladerer-Fuchs, Salzweg; 38. Christian Meier, Salzweg; 39. Helgard Gillitzer, Vilshofen; 40. Frieder Kahlert, Ortenburg; 41. Elisabeth Plesch, Tittling; 42. Godehard Limmer, Vilshofen; 43. Maria Hallitzky, Neuburg am Inn; 44. Werner Grabl, Hutthurm; 45. Rita Wander, Fürstenzell; 46. Franz-Josef Feilmeier, Vilshofen; 47. Heidi Wagner, Ruderting; 48. Jürgen Wisgalla, Bad Füssing; 49. Bernadette Lentner, Vilshofen; 50. Erich Wurstbauer, Fürstenzell; 51. Karin Geiger, Tiefenbach; 52. Dr. Thomas Kreideweiß, Vilshofen; 53. Dorothee Hartmann, Neuburg am Inn; 54. Christian Weindl, Neukirchen vorm Wald; 55. Veronika Lippl, Neuhaus; 56. Kurt Fischhold, Hutthurm; 57. Sabine Schulze, Ortenburg; 58. Roland Gutsmüthl, Tiefenbach; 59. Irmgard Markulin, Pocking; 60. Hans Fillafer, Hauzenberg; 61. Gudrun Gottschalk, Salzweg; 62. Ewald Schmatz, Tiefenbach; 63. Angela Goschler, Tiefenbach; 64. Johann Eibl, Neuburg am Inn; 65. Sonja Jahrstorfer, Tiefenbach; 66. Arnold Krautsieder, Salzweg; 67. Tanja Kemper, Neuhaus am Inn; 68. Jonas Vogl, Aldersbach; 69. Reinhild (Uli) Kaiser, Aicha; 70. Manfred Förster, Fürstenstein
Ersatz: Emmi Hofbrückl, Vilshofen; Kurt Thiel, Salzweg

Quelle: Passauer Neue Presse vom 03.12.2019
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