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  • Forschungsreaktor München | Foto: wikipedia.org https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0
    Forschungsreaktor München | Foto: wikipedia.org https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

Einleitung von radioaktivem Wasser in die Isar

Grüne gegen weitere Verlängerung um 30 Jahre

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Zur Zeit läuft ein Genehmigungsverfahren für die Einleitung von radioaktivem Wasser für weitere 30 Jahre durch den Forschungsreaktor Garching in die Isar. Diese Radioaktivität wird mit der Isar auch nach Niederbayern geführt. Aus mehreren Gründen hält Toni Schuberl, MdL, diese Einleitung für nicht vertretbar und hat eine Einwendung eingelegt.

06. Jan. 2019 –

Einen Mustertext dazu gibt es hier:

https://markus-buechler.de/frm2-bis-25-1-unterschreiben-keine-radioaktivitaet-in-die-isar/

Alle Einwendungen müssen dem Münhner Landtratsamt bis zum 25. Januar vorliegen.

Meine Meinung dazu:

"Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen an Krebs erkranken. Es gibt wohl niemand, der nicht in seiner Familie oder in seinem Bekanntenkreis Betroffene hat. Die konkrete Ursache ist fast nie zu ermitteln. Es wird wohl eine Gemengelage verschiedenster krebserregender Mittel sein, die jedes allein noch unbedenklich erscheint, in Kombination dann jedoch für den Tod so vieler Menschen verantwortlich sind. Gerade deshalb ist es wichtig, alle krebserregenden Stoffe in unserer Umwelt drastisch zu reduzieren. Da kann es doch nicht sein, dass in solch einem übertriebenen Maß die Einleitung von radioaktivem Wasser in die Isar genehmigt wird."

Hier das Schreiben:

An das
Landratsamt München
Fachbereich 4.4.2
Frankenthaler Straße 5-9
81539 München

Einwendungen gegen die Erteilung einer gehobenen Erlaubnis gemäß § 15 WHG zur Gewässerbenutzung - Einleitung in die Isar - für die nukleartechnischen Forschungseinrichtungen FRM II und RCM in Garching

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Technische Universität München TUM hat beantragt, weitere 30 Jahre radioaktive Abwässer aus ihren Atomforschungseinrichtungen FRM2 und RCM in Garching in die Isar einleiten zu dürfen. Gegen das oben genannte Vorhaben erhebe ich zum Schutze der Natur und meiner Gesundheit Einwendungen:

  1. In den Antragsunterlagen fehlt eine Darstellung der aktuellen Vorbelastung der Isar durch natürliche und künstlich erzeugte Radioaktivität. Insbesondere die Einleitungen von Kliniken oberhalb der Einleitungsstelle führen bereits jetzt zu einer radioaktiven Belastung des auch zum Baden und Fischen genutzten Flusses.
  2. Ferner fehlt eine Zusammenstellung der einzelnen Stoffe des Nuklidgemischs, die in den 20 Jahren der zurückliegenden Einleitungsgenehmigung in die Isar eingeleiteten Stoffe (Isotope) und Aussagen zu Art und Menge der künftig geplanten Einleitung. Somit können Auswirkungen auf Natur und Gesundheit durch etwaige Toxizitäten nicht beurteilt werden.
  3. Unklar ist für mich auch, inwieweit sich abgeleitete radioaktive Substanzen in der näheren Umgebung ablagern und anreichern könnten. Ich fordere eine genaue Untersuchung der aktuellen Belastung des Ableitungskanals und der Isar unterhalb des Einleitungsbauwerks.
  4. Mir fehlt eine vertrauenswürdige Kontrolle der Einleitungen durch unabhängige Messstellen. Einer Selbstkontrolle der TUM, wie sie in den vergangenen Jahren erfolgte, vertraue ich nicht und lehne auch aus diesem Grund die Einleitungsgenehmigung ab.
  5. Ich beanstande, dass die Nullvariante nicht geprüft wurde: Es wird nicht gegenübergestellt, mit welchem Aufwand, die Einleitung komplett vermieden werden könnte. Dadurch ist die Notwendigkeit der Einleitung nicht begründet. Vorstellbar ist eine Reduktion der radioaktiven Abwässer durch Verdunstung und eine konventionelle Behandlung als Atommüll. Das Minimierungsgebot zur Vermeidung unnötiger Emissionen wird somit verletzt. Darüber hinaus sehe ich die Gefahr, dass radioaktive Flüssigkeiten absichtlich verdünnt werden könnten, um die Grenzwerte einzuhalten, anstatt die konzentrierten Mengen fachgerecht zu entsorgen.
  6. Außerdem beanstande ich, dass eine gehobene Genehmigung erteilt werden soll. Hierfür sehe ich keinen Grund. Für den Zweck der TUM wäre eine beschränkte Erlaubnis angemessen und ausreichend.
  7. Unverständlich ist mir die Dauer der beantragten Einleitung von weiteren 30 Jahren. Bis dahin werden die Anlagen des FRM und der RCM ihre Lebenserwartung bereits überschritten haben. Deshalb lehne ich die lange Laufzeit ab.
  8. Nicht nachvollziehbar ist für mich die Höhe der beantragten Einleitungen. Sie liegt teilweise beim Zehnfachen der Einleitunge in der letzten Jahre. Das ist unbegründet und nicht angemessen.
  9. Der FRM2 wird mit hochangereichertem Uran (HEU) betrieben. Aus meiner Sicht widerspricht die Verwendung dieses international geächteten, waffenfähigen Materials den Auflagen, unter denen der Reaktor seinen Betrieb aufnehmen konnte. Seit Jahren hätte die Umrüstung auf niedriger angereichertes Uran erfolgen müssen, was nicht passiert ist. Deshalb halte ich den derzeitigen Betrieb des FRM2 für illegitim und fordere eine sofortige Umrüstung mit bereits qualifiziertem Brennstoff nie driger Anreicherung oder eine Abschaltung des FRM 2.

Ich bitte, meine Einwände im laufenden Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
Toni Schuberl, MdL

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