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  • 18 Hektar Bannwald im Neuburger Wald will das Unternehmen Brummer Logistik für eine Firmenerweiterung roden. Das hat den Bund Naturschutz auf den Plan gerufen. Foto: Jörg Schlegel

"Damit geht wertvoller Lebensraum verloren"

Bund Naturschutz organisierte Info-Veranstaltung gegen die geplante Rodung von 18 Hektar Bannwald im Neuburger Wald

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29. Aug. 2019 –

Für den Erhalt des Bannwalds im Neuburger Wald und gegen die geplante Rodung einer 18 Hektar großen Waldfläche im Zuge der geplanten Expansion der Neuburger Firma Brummer Logistik in Schmelzing hat der Bund Naturschutz Passau bei einer Info-Veranstaltung plädiert.

Karl Haberzettl, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte, freute sich über die zahlreichen Besucher, darunter Dorothee Hartmann, Kreisrätin Halo Saibold, Gemeinderat Achim Eder und der Passauer Stadtrat Karl Synek sowie fünf Mitglieder der Passauer "Friday for Future"-Bewegung.

Der BN-Kreischef erläuterte die Aktivitäten des Bund Naturschutz, der bereits vor zehn Jahren eine gemeinsame Aktion mit der Gemeinde Neuburg am Inn vorgeschlagen habe, um den Lkw-Verkehr aus Neuburg, Dommelstadl und Vornbach heraus zu bekommen. Er habe jedoch vom damaligen Bürgermeister Josef Stöcker keine Antwort erhalten.

Zwar habe nun Bürgermeister Wolfgang Lindmeier nach ersten Gerüchten um die geplante Bannwaldrodung von 18 Hektar einen öffentlichen Brief des Bund Naturschutz zeitnah beantwortet und Vorgespräche bestätigt, so Haberzettl. Wie schnell der Bebauungsplan dann vorlag, wunderte ihn aber. Befremdet habe ihn, dass ein Vorhaben, bei denen es um eine Größenordnung von 180000 Quadratmetern Bannwald geht, einfach durchgewunken werde, kritisierte der Umweltschützer. "Es ist nicht akzeptabel, wenn von einem Unternehmer in Aussicht gestellt wird: Stimmt ihr diesen Plänen zu, dann fahren einige meiner Lkw nicht mehr durch das Gemeindegebiet, sondern nutzen andere Wege." Anhand von Bildern zeigte Haberzettl, dass es derzeit bereits möglich sei, das Firmengelände anzufahren, ohne eine Straße zu nutzen, die Ortschaften durchquert, sofern die Fahrer die Autobahnausfahrt Passau-Süd wählen. Die Wegstrecke zum Firmenstandort in Schmelzing betrage dann 15,3 Kilometer, hat Haberzettl ausgerechnet. "Sie bevorzugen aber die kürzere, rund dreizehn Kilometer lange Route über die Ausfahrt Pocking und durch die Dörfer."

Der Landkreis Passau habe große Teile des Neuburger Walds nach jahrelangem Ringen als Bannwald ausgewiesen. Grundlage für die Bannwaldausweisung sei das bayerische Waldgesetz: Den gesetzlichen Vorgaben zufolge dürfe Bannwald nur dann gerodet werden, wenn es sich um Projekte handelt, die dem Allgemeinwohl dienen, zum Beispiel dem Bau eines Krankenhauses.

Landschaftsplanerin Dorothee Hartmann, engagierte Gegnerin der geplanten Bannwald-Abholzung, erläuterte das weitere, offizielle Prozedere. Nachdem ein Großteil der Gemeinderäte bei der Sitzung am 1. Juli mit "Ja" für die Erweiterung des Gewerbegebiets Schmelzing stimmte, gebe es nun eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Sie appellierte an die Bürger, sich in eigenen Stellungnahmen bis 31. Oktober gegen die Bannwaldrodung zu formulieren.

Vielen Bürgern sei nicht bewusst, wie groß 18 Hektar sind, sagte Hartmann. Die Fläche entspreche einer Größe von 25 Fußballfeldern. "Dies bedeutet, dass den Plänen der Gemeinde zufolge ein riesiges Waldstück gerodet werden soll. Damit geht ein wertvoller Lebensraum, Waldboden und CO2-Speicher verloren." Die geplante Rodung von Wald sei ein Widerspruch zu den Baumpflanzaktionen von Ministerpräsident Markus Söder. Sie betonte auch den Verlust von Erholungswald für die zahlreichen Spaziergänger. Zudem sei im Neuburger Wald bereits eine erfolgreiche Naturverjüngung mit verschiedenen Laubbaumarten zu verzeichnen.

Die Zuhörer äußerten sich durchwegs kritisch zur geplanten Abholzung und plädierten für den Erhalt des Waldes. Schließlich sei der Neuburger Wald die grüne Lunge für die Stadt Passau. Wald-Wanderungen mit Bund Naturschutz sollten Bürgern die Qualität des Neuburger Walds und die Dimension der geplanten Rodung aufzeigen.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 27.08.2019
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