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Bündnis 90/Die Grünen

Landkreis Passau

  • Momentaufnahme aus dem Lager in Lipa. -Foto: Privat

Halo Saibold: "Ich schäme mich"

Kreisrätin unterstützt Aktion des humanitären Ortenburger Vereins UMINO

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12. Jan. 2021 –

"Ich kann die Berichte über die frierenden und hungernden Menschen in der EU oder in Bosnien nicht mehr lesen, ohne mich unheimlich zu schämen – für unsere hartherzigen PolitikerInnen! In der EU, in Bayern und in Deutschland!" Fast verzweifelt klingen die Worte in einem Schreiben, mit dem sich Halo Saibold (77) an die Öffentlichkeit bzw. den Vilshofener Anzeiger wendet. Nahezu über Nacht hat die ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Aldersbach eine Initiative zur humanitären Hilfe in Bosnien angestoßen. Mit einer großen Spendenaktion will sie den Verein "UMINO" aus Ortenburg unterstützen, der wiederholt Hilfsgüter nach Bosnien gebracht hat.

Zum Anpacken habe sie sich innerhalb nicht einmal zehn Tagen entschieden, erzählt Halo Saibold. Erster "Reizpunkt" war der Bericht über den Gymnasiasten Hendrik Rieger im Vilshofener Anzeiger (28. Dezember), der als Einzelner einen Spendenaufruf für die Flüchtlinge in Moria initiiert hatte und 2500 Euro erzielte. "Das war der Anlass, meinen Frust über die Hilflosigkeit in Sachen menschenunwürdige Behandlung von Personen, die vor dem Elend in ihren Heimatländern geflüchtet sind, zu hinterfragen und ermutigte mich, selbst aktiv zu werden."
Die Initiative sei beschleunigt worden durch einen weiteren Artikel in der Passauer Neuen Presse (2. Januar) über die unhaltbaren Zustände im Lager Lipa in Bosnien. "Der Inhalt zeigte einmal mehr das Versagen der Politik auf", sagt die Passauer Kreisrätin. "Die kroatische Polizei z.B. nahm den Männern die Schuhe weg, damit sie nicht in die EU kommen können, und überließ sie ihrem Schicksal – bei Kälte, Regen und Schnee. Im noch nicht zur EU gehörenden Bosnien brannte das Lager in Lipa ab und die Menschen wurden 30 Stunden lang in Bussen "evakuiert" und nach Protesten aus der Bevölkerung nicht in den geplanten und vorgesehenen Kasernen untergebracht, sondern auf die Straße gesetzt. Viele hausen jetzt in den verkohlten Resten des Lagers oder in Abbruchhäusern (gefährlichen Betonskeletten) – ohne Heizung, Nahrung, Strom oder Wasser. Hunderte andere lagern auf den Feldern außerhalb der Stadt. Es sind katastrophale, menschenunwürdige Zustände! Und dies an unseren Grenzen oder – wie Moria (Griechenland, Anm.d.Red.) – innerhalb der EU."
"Es drängte mich, endlich aktiv zu werden", sagt Halo Saibold weiter. Sie habe sich an den Verein UMINO mit dessen Gründer Stefan Weigel erinnert, der sich 2016 in Vilshofen vorgestellt hatte. "Damals hieß es, sein Einsatzbereich betrage etwa 1000 km, und tatsächlich war er schon öfter in Bosnien", sagt die ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Am Sonntagabend startete sie eine Reihe von Aktivitäten, sandte den Bericht zusammen mit einem LeserInnenbrief an die PNP und an den VA mit dem Hinweis, dass es sich doch lohnen würde, einen Bericht über UMINO zu bringen.

Ebenso wurde der Europaabgeordnete Sven Giegold mit der Bitte kontaktiert, "in Brüssel etwas Dampf zu machen", erzählt sie. Es sei die Idee für eine kleine Aktion gereift, und Halo Saibold erinnerte sich an Werner Geiger von "Brücken für den Frieden", der damals, als der Ort Moria auf Lesbos brannte, eine stille, aber öffentliche Aktion vor der Pfarrkirche in Vilshofen organisiert hatte. "Er war sofort dafür, sich zu beteiligen", freut sich die 77-Jährige. Noch hatte sie nicht die komplette Crew im Boot und wandte sich an weitere Personen, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit in Vilshofen tätig sind. Auch hier gab es kein Nein.
Spätestens nach dem jüngsten Beitrag im Vilshofener Anzeiger über eine weitere UMINO-Aktion in Bosnien "ist für uns klar gewesen, dass wir diesen Verein hier unterstützen wollen".Unter dem Stichwort "Spenden Bosnien" können Spendengelder auf das Konto IBAN: DE08 5005 0201 1244 0478 89 überwiesen werden. Weitere Informationen im Internet gibt es unter "Umino.org".

Quelle: Passauer Neue Presse vom 09.01.2021
Wir danken der PNP für die freundliche Genehmigung der kostenlosen Nutzungsrechte auf unserer Website.

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