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Bündnis 90/Die Grünen

Landkreis Passau

  • Zum Gedankenaustausch trafen sich die Grünen-Lokalpolitiker Veronika Fischl (v.l.), Brigitte Steidele, Jutta Koller, Halo Saibold, Astrid Gelaudemans und Eike Hallitzky mit Dr. Karin Höglmeier und ihrem Stellvertreter Josef Kiefl vom Forstamt. -Foto: privat

Grüne und Forstamt: "Entschädigungen an Waldumbau koppeln"

Themen Wald und Jagd, Mountainbikes und Förderungen besprochen

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11. Sep. 2020 –

Unser Wald ist prägend für die Kultur- und Naturlandschaft, aber auch stark gefährdet durch die Klimaerhitzung und deren Folgen: Dürre, Stürme und Hitze. Die Situation ist sehr ernst, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen-Kreistagsfraktion, die bei einem Treffen mit der Bereichsleiterin Forsten beim staatlichen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Dr. Karin Höglmeier und ihrem Stellvertreter Josef Kiefl "Klartext geredet" habe.

Nach wie vor dürften im Landkreis Passau noch etwa 50 Prozent des Waldes aus Fichten bestehen, man bewege ich zwar auf das Ziel eines stabilen Mischwaldes zu, sei aber noch weit davon entfernt, so Dr. Höglmeier auf Nachfrage des Fraktionsvorsitzenden der Grünen Eike Hallitzky, der einen weit niedrigeren Fichtenanteil erhofft und erwartet hatte. Dies sei auch eine Erklärung für den hohen Borkenkäferbefall im Landkreis Passau. Bei der Beratung und der Förderung des Waldumbaus komme dem Amt deshalb eine Schlüsselrolle zu. "In erster Linie versuchen wir, dass für die Fichte heimische Arten wie Eichen, Buchen und Tannen, aber auch regionale Sonderlinge wie die Elsbeere, nachgepflanzt werden, verwandte Baumvarianten aus wärmeren Gegenden sind hingegen noch die absolute Ausnahme", wird Höglmeier in der Meldung zitiert.

"Die Herausforderung hin zu einem zukunftsfesten Waldumbau sind gewaltig. Wie sieht es denn mit der personellen und finanziellen Situation im Amt aus?", wollte Kreisrätin Halo Saibold wissen. Aktuell sei der Engpass weniger ein Mangel an Fördermitteln sondern an Personal – kein Wunder angesichts einer Privatwaldquote von rund 80 Prozent, wobei viele Privatwälder oft sehr klein seien, erfuhr sie. "Und wenn dann noch die Eigentümer woanders leben, der Umbau viel Arbeit macht, während der Wald aktuell wenig Gewinn abwirft, macht das unsere Arbeit auch nicht leichter", sagte Kiefl. So komme man zwar gerade so zurecht mit dem Kernauftrag der Beratung und mit den Förderanträgen. Vieles von dem, was aber auch sehr wichtig wäre, könne hingegen nicht im wünschenswerten Umfang geleistet werden, meint Dr. Höglmeier. "Wir bräuchten mehr Försterinnen und Förster für stärkeres proaktives Beraten gerade bei den kleineren Waldbesitzern und auch das Personal für Bildungsmaßnahmen in den Schulen oder mit den Klassen im Wald ist oft knapp. Beides wäre aber sehr wichtig."

Der Wunsch nach mehr Personal sei das eine, für mindestens genauso zentral halten Höglmeier und Kiefl aber eine klare Förderstruktur: "Flächenbezogene Entschädigungen, wie bei den Sturmschäden durch Kolle, sind nicht ideal. Jeder Waldbesitzer, der Geld erhält, soll sich im Gegenzug zu wirksamer Borkenkäfer-Bekämpfung und zu einem zukunftsfesten Waldumbau verpflichten müssen. So läuft es momentan und so sollte es auch bleiben."

Beim Thema Jagd und Waldumbau schlagen die Grünen eine Integration der Unteren Jagdbehörden in die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor. Saibold: "Damit könnte der Grundsatz Wald vor Wild besser durchgesetzt und so die natürliche Waldverjüngung zu einem stabilen Mischwald erleichtert werden." Dr. Höglmeiers Reaktion sei eher diplomatisch gewesen: Es komme immer auf die handelnden Personen an.

Thema war auch die zunehmende Zahl von Mountainbikern auf Wanderwegen und -steigen, heißt es in der Mitteilung. Die Gemeinde Neuburg habe bereits auf einigen engen und exponierten Wegen deren Durchfahrt verboten, auch wenn die Rechtsgrundlage hier unsicher sei, informierte Hallitzky, der hier im Gemeinderat sitzt: "Dies dient nicht nur der Sicherheit der Wanderer, sondern schont auch die Natur, weil Mountainbiker gerade enge Wege immer wieder verlassen und direkt durch den Wald fahren." Forstverwaltung und Grüne waren sich einig, dass grundsätzlich die Wälder für Wanderer wie für Radfahrer offen sein sollen, sie würden aber für Bayern eine klare Regelung begrüßen.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 08.09.2020
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