„Für einen Nahverkehr aus einem Guss – Ja zum Verkehrsverbund Donau-Wald!“

Sechs Personen stehen an einem Busbahnhof. Sie tragen herbstliche Kleidung. Es regnet leicht.
Grüne | Von links nach rechts: Stadtrat Dr. Achim Spechter, Grünen-Vorsitzende Monika Solomon (Passau), Kreisrat und 2.BM von Salzweg Sascha Müller, Grünen-Vorsitzende Verena Regner (Landkreis Passau), Stadtrat Matthias Weigl, Kreisrat Eike Hallitzky

Grüne in Stadt und Landkreis fordern echten Verkehrsverbund mit vollständiger Verknüpfung von Bus und Bahn

„Wir brauchen endlich einen öffentlichen Nahverkehr aus einem Guss.“ Dieses Fazit ziehen die beiden Grünen-Mitglieder der Verkehrsausschüsse in Stadt und Landkreis Dr. Achim Spechter und Eike Hallitzky zum Abschluss ihrer Beratungen. Es müsse endlich Schluss sein mit dem Klein-Klein von verschiedenen Ticketsystemen, überflüssigen Parallelverkehren, fehlender Koordination der Fahrpläne von Stadt, Landkreis und Bahn, Bussen aus Österreich und aus dem Landkreis, die an den Haltestellen der Stadt vorbeifahren.

Sascha Müller, zweiter Bürgermeister aus Salzweg, nennt ein Beispiel: „Wenn ich nach Passau will, fahre ich mit dem RBO-Bus bis zum Hauptbahnhof und muss mir dann noch ein Stadtbusticket kaufen, um innerhalb Passaus weiterzukommen. Warum brauche ich zwei Tickets? Warum sind große Umlandkommunen wie Salzweg, Tiefenbach oder Fürstenzell nicht mit dem Stadtbus erreichbar, wie in allen Verkehrsverbünden üblich?“ 

Die Grünen verweisen auf die wesentlichen Vorteile eines Verbundes:

  1. Ein Ticket: Es gibt innerhalb des Verbundes einen einheitlichen Tarif mit einem Ticket für die gesamten Fahrstrecke. Diese Tarifgemeinschaften haben viele Landkreise Niederbayerns bereits verwirklicht, es gibt sie aber nicht für Fahrten zwischen Landkreis und Stadt Passau. 
  2. Abgestimmte Fahrpläne: Die Fahrpläne verschiedener Unternehmen und Verkehrsmittel sind aufeinander abgestimmt. Das sichert Anschlüsse und verkürzt Wartezeiten. Das ist im Raum Passau zwischen Land- und Stadtbussen sowie zwischen Bus und Bahn oft eher dem Zufall überlassen.
  3. Zentrale Information: In einem Verkehrsverbund Donau-Wald gibt es für das gesamte Gebiet ein gemeinsames Auskunftssystem mit einheitlichen Liniennetzplänen, Apps und Echtzeitdaten.
  4. Einfachere Nutzung: Das Angebot wird für damit für alle, ob Pendlerin oder Gelegenheitsfahrer übersichtlicher und attraktiver.
  5. Interessenausgleich: Ausdruck findet das Ganze auch in seiner Gesamtstruktur, die regional ist und nicht mehr an den einzelnen Kreisen aufgehängt. So scheiterte die Weiterführung der Stadtbuslinie in die Nachbarkommunen hinein in der Vergangenheit daran, ob Stadt, Gemeinde oder Landkreis dafür zahlen müssten. Dieses Klein-Klein hat dann ein Ende.
  6. Bessere Förderung: Wie in allen anderen Teilen Bayerns ist das Ziel bayerischer Verkehrspolitik bayernweit starke Verkehrsverbünde zu schaffen, wie es sie z.B. in Baden-Württemberg längst gibt. Dafür sind auch Kostenübernahmen und Zuschüsse zumindest für die Bereiche geplant, wo es durch die Integration eines Kreises in den Verkehrsverbund zu zusätzlichen Umstellungs- oder dauerhaften Kosten kommt. Auf Dauer dürfte ein Verkehrsverbund also mehr staatliche Zuschüsse erhalten, als die Landkreise und die Stadt Passau für eine eigenständige Aufgabenerfüllung bekommen.

Stadtrat Matthias Weigl verweist zudem darauf, dass die Förderung von Elektrobussen in einem starken Verkehrsverbund möglicherweise höher sein könnte. Hallitzky betont, dass im Interesse von Pendler*innen. Tourist*innen und Ausflügler*innen mittelfristig eine weitere Stärkung des Verkehrsverbundes möglich wäre. „Ich denke hier beispielhaft an die Nutzung vorhandener Gleise wie der Ilztalbahn oder Granitbahn, aber auch an die Einbindung des Bezirks Schärding in den Verkehrsverbund.

Stadtrat Dr. Achim Spechter: „Wenn wir auf die bestehenden Verkehrsverbünde wie z.B. den MVV oder den Regensburger Verkehrsverbund schauen, dann zeigt sich deren Erfolg auch darin, dass die Menschen nicht nur die einzelne Buslinie vor ihrer Haustüre sehen, sondern das gesamte System von Bussen und Bahnen als breites Angebot für ihr tägliches Leben verstehen.“

Studien zeigten, dass durch die Gründung von Verkehrsverbünden die OPNV-Nutzerzahlen deutlich ansteigen würden, allein durch einheitliche Tarife und einfachere Fahrkarten, ohne dass sich sonst viel ändert. Moderne Tarifmodelle wie pay-as-you-go Angebote und Apps die auch ÖPNV-Gelegenheitsnutzer einfach bedienen könnten, seien ohne Verkehrsverbund kaum denkbar.

Die Grünen halten es für unverzichtbar, dass neben Stadt und Landkreis Passau auch alle anderen Kreise im östlichen Niederbayern dabei sind – von Regen über Deggendorf bis Eggenfelden. Hallitzky: „Jedoch sollten wir die eigene Identität und Planungshoheit dabei nicht aus dem Auge verlieren. Deshalb wäre ein Beitritt zum Münchner oder Regensburger Verkehrsverbund für uns keine sinnvolle Alternative.“

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