Grüne besuchen Baustelle in Rotthalmünster
Die finanzielle Lage der Krankenkassen und Krankenhäuser ist derzeit in aller Munde. Beruhigend ist, dass der Rettungshubschrauber aus Suben nun rund um die Uhr fliegt. Wie es um die Sicherheit der weiteren Versorgung vor Ort steht und ob gar der Neubau in Gefahr ist, darüber hat sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kürzlich in Rotthalmünster ein Bild gemacht.
„In Zeiten klammer Kassen reichen Versprechen nicht aus. Wir müssen alle tatkräftig zusammenhelfen und den Gesundheitsbereich sichern“, verriet Claudia Woller über die Motivation für ihren Besuch. Geschäftsführer Josef Mader und Baukoordinator Peter Plattner führten die Kreisräte durch den Rohbau.
Gleich zu Beginn des Rundgangs gab es Lob. Es sind 40 E-Ladestationen vorgesehen, später sollen überdachte Parkplätze mit Photovoltaik folgen. „Die Planungen hier nehmen die künftigen Bedürfnisse der Menschen gut mit in den Blick“, freute sich Sascha Müller. „Auch der Busbahnhof am Haupteingang wird die Wege für Patienten und Besucher vereinfachen.“
Plattner führte aus, wie die Rettungsmittel zukünftig das Krankenhaus erreichen können. „Auf dem Dach kann der Hubschrauber landen. Die Patienten werden dann direkt per Fahrstuhl ins Haus gebracht und versorgt. Für die Rettungswagen wird eine eigene Zufahrt zur Verfügung stehen. Neu ist, dass diese überdacht sein wird.“ Drei Rettungswagen würden dort geschützt Platz finden, ein großer Hof garantiert ausreichend Platz für weitere Fahrzeuge.
Der Gang durch den Rohbau erforderte noch etwas Vorstellungskraft, die spätere Nutzung ließ sich aber dank der Ausführungen dennoch gut nachvollziehen. „Wie gehen Sie mit der langen Bauzeit und den ziemlich sicher eintretenden geänderten Anforderungen um?“, wollte Müller wissen. Die Planungen werden mit größtmöglicher Flexibilität durchgeführt, erklärte Plattner. Damit man auf Gesetzes- oder sonstige Änderungen gut reagieren könne. Bisher sei das gelungen, zum Beispiel wurden Empfangstresen zusammengefasst und OP-Säle für verschiedene Nutzungen vorbereitet.
Trotz gesetzlicher Änderungen und der damit verbundenen Überarbeitungen befindet sich der Bau, abgesehen von indexbedingten Steigerungen, im Kostenrahmen. „2011 wurde mit den ersten Planungen begonnen, 2023 war Spatenstich. Dass wir die Kosten halten konnten und bereits so viel vom Gebäude zu sehen ist, das ist eine enorme Leistung“, fasste Mader zusammen und dankte vor allem dem Baukoordinator Peter Plattner. Spätestens 2032 soll dieser Bauabschnitt, der zweite von dreien, vollendet sein.
„Für uns ist Planungssicherheit entscheidend“, führte Mader weiter aus. Das Krankenhaus Rotthalmünster gehört zu den Gesundheitseinrichtungen des Landkreises Passau. Diese sind an fünf Standorten, darunter die Krankenhäuser Vilshofen, Wegscheid und eben Rotthalmünster, vertreten und beschäftigen 1.400 Mitarbeiter.
„Unsere Aufgabe als Landkreis ist und bleibt eine gute Versorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Ob wir dazu alle Krankenhäuser im Landkreis in ihrer aktuellen Intensität erhalten können und wie genau wir darauf reagieren, dass immer mehr ambulant behandelt wird und immer weniger stationär, das werden wir sehen. Ganz entscheidend werden hierbei auch die zugewiesenen Leistungsgruppen und die genaue Ausarbeitung des Beitragsstabilisierungsgesetzes sein“, bringt Eike Hallitzky die Sachlage auf den Punkt.
Dass besonders filigrane Eingriffe künftig auch bei uns bereits mithilfe von OP-Robotern gemacht werden können, überraschte Kreisrat Sascha Müller. Denkbar wäre es, der Platz in zwei OP-Sälen sei dafür vorgesehen, führte Plattner aus. Woller zieht ein klares Fazit: „In Rotthalmünster entsteht ein modernes Krankenhaus, ein Krankenhaus der Zukunft. Danke für die offenen Worte, bei welchen Themen Klärungsbedarf besteht. Die werden wir an unsere Abgeordneten in München und Berlin weitergeben.“