Messung statt Meinung

Drei Personen stehen in einem Gastraum vor einer mobilen Leinwand.
Grüne Tiefenbach | v.l.n.r.: Ortsvorsitzende Alexandra Scharinger, Referent Ewald Kollmann und Kreisvorsitzende Verena Regner

Ewald Kollmann von den Grünen Tiefenbach hält Vortrag „Klima im Wandel“

Tiefenbach. War der Sommer einfach nur heiß, oder steckt dahinter der Klimawandel? Welcher Informationsquelle kann ich vertrauen? Wen frage ich, wenn ich etwas übers Klima wissen will? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Ewald Kollmann, Mitglied im Ortsverband der Grünen Tiefenbach, bei seinem Vortrag „Klima im Wandel“. Organisiert wurde der Abend von Orstverbandssprecherin und Gemeinderätin Alexandra Scharinger. Für Kollmann, der als Lehrer am Gymnasium Freudenhain das Fach Geografie unterrichtet, ist der Klimawandel ein Herzensthema.

In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit den Argumenten der Klimawandelleugner und zeigte anhand wissenschaftlicher Daten, wie man diese entkräftet. Sein Grundsatz ist: Messung statt Meinung. „Von nur einem heißen Sommer auf den Klimawandel zu schließen, wäre unwissenschaftlich. Denn es gab immer wieder mal sehr heiße Sommer. Entscheidend sind die langfristigen Daten. Die letzten zwölf Jahre sind die zwölf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnung. Die Entwicklung zeigt klar, das Klima verändert sich. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Wandels, gab es auf so kurze Zeit noch nie“, so Kollmann.

Ein wichtiges Anliegen des Vortrags war, die Zuhöhrer zu sensibilisiern, auf die Auswahl der Informationsquellen zu achten: „Wenn ich etwas übers Klima erfahren möchte, ist es doch besser, einen Klimatologen zu fragen, anstatt einen Virologen. Meine Brezen kaufe ich ja auch nicht beim Metzger, sondern beim Bäcker.“ Über 99% der Klimaforscher weltweit sind sich sicher, dass die globale Erderwärmung menschengemacht ist. Wenn nun einzelne Wissenschaftler, die aus einem anderen Fachgebiet kommen, das abstreiten, dann kann ich diese Quellen nicht als gleichwertig ansehen.

Eine Teilnehmerin stellte die Frage, wie man auf die Aussage eines Klimawandelskeptikers reagieren kann, ein Anstieg von 3 Grad sei doch nicht so gravierend. Kollmann verwies dabei auf die letzte Eiszeit. Die damalige weltweite Temperaturveränderung von 3 bis 4 Grad hatte massive Auswirkungen auf unsere Erde. Bei einem Temperaturanstieg von z.B. 4 Grad wird die Erde unbewohnbar werden.

Gegen Ende des Vortrags appellierte Ewald Kollmann an die anwesenden Gemeinderäte, die Vorschriften in den Bebauungsplänen zu überprüfen. Bei Neubauten wäre es sinnvoll, Regenwasserzisternen miteinzubauen. Der Hitzesommer 2026 hat uns vor Augen geführt, wie kostbar Trinkwasser ist. Angesichts der zunehmenden Trockenheit sollten wir hier umdenken.
Kreisvorsitzende Verena Regner betonte in der anschließenden Diskussion die Bedeutung von Veränderungen auf politischer Ebene: „Jeder kann handeln, aber deutlich entscheidender sind die strukturellen Veränderungen, welche von der Politik angestoßen und umgesetzt werden müssen, wie zum Beispiel ein schnellerer Ausbau Erneuerbarer Energien.“ Es geht darum, unseren Lebensraum zu erhalten, denn Klimaschutz ist Menschenschutz. Der letzte Hitzesommer mit mehreren tausend Hitzetoten, allein in Deutschland, hat uns das deutlich gezeigt.

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